Obdachlose sollen ausreisen

Zunehmend verweigern Notunterkünfte für Obdachlose EU-Bürger_innen  Hilfe. Hamburg setzt nun noch eins drauf gesetzt - hilfesuchende obdachlose EU-Bürger_innen sollen ausgewiesen werden.

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MdBs mit Migrationshintergrund

22,50 Prozent der Gesamtbevölkerung haben Migrationshintergrund. Aber wie sieht es aktuell im Bundestag aus? 

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Schutz für entsandte Beschäftigte

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Augsburg: ver.di kämpft gegen Abschiebung

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Lehrer_innen und Muslime: Liberale Ansichten

01.08.2017

Lehrer_innen in Deutschland haben zur Migration von Muslimen liberalere Ansichten als die Gesamtbevölkerung. Das ergab eine neue Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). Allerdings gibt es auch Vorbehalte gegenüber Muslimen.

Demnach sind 76 % der aktiven Lehrkräfte der Auffassung, die islamische Kultur sei für Deutschland eine Bereicherung. Dieser Aussage stimmten insgesamt 54 % aller Befragten in der Gesamtbevölkerung zu. Den Satz „Muslime belasten das Sozialsystem“ hielten 10 % der Lehrer_innen für richtig – gegenüber 21 % der Gesamtbevölkerung. Doch die Studie „Vielfalt im Klassenzimmer” zeigte auch Vorbehalte gegenüber Muslimen: Nur 61 % der befragten Lehrkräfte waren der Meinung, Muslime seien genauso bildungsorientiert wie Nichtmuslime. Auch seien die Leistungserwartungen von Lehrkräften für Kinder aus türkischstämmigen Familien etwa in den Fächern Mathematik und Deutsch geringer als für Kinder ohne Migrationshintergrund, sagte Petra Stanat vom BIM. Es gebe Hinweise auf eine „selbsterfüllende Prophezeiung“, etwa weil Lehrer türkischstämmige Kinder im Unterricht geringfügig seltener aufrufen als Mitschüler_ innen oder sich kürzer mit ihnen beschäftigten.

„Auch Lehrkräfte unterliegen Vorurteilen und Denkmustern”, sagt die GEW Vorsitzende Marlis Tepe Forum Migration. Deshalb müsse die Reflexion der eigenen Rolle Teil der Ausbildung sein. „In der Ausund Fortbildung der Lehrer müssen wir ein Bewusstsein für die Vielfalt in den Klassenzimmern fördern”, sagt Tepe. „Wir müssen weg von der Betrachtung der Fehler oder Defizite von Schülerinnen und Schülern hin zu einer Stärkung ihrer Stärken und Ressourcen kommen.” Auch das Angebot von Supervision und Zeit für kollegiale Beratung würde die Kolleginnen und Kollegen darin unterstützen, vorurteilsbewusst und diskriminierungssensibel zu handeln. Insgesamt brauche es bessere Rahmenbedingungen und mehr Ressourcen in der Bildung, damit pädagogische Fachkräfte adäquat auf migrationsgesellschaftliche Realitäten reagieren können. „Es ist gut, dass solche Studien diesen Bedarf verdeutlichen.“

Studie „Vielfalt im Klassenzimmer“: http://bit.ly/2uAoK6L

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration August 2017" entnommen.