Vorwort
Ungeschützte, prekäre Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland und der Europäischen Union nehmen zu. Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen gehören zum Alltag in der Arbeitswelt. Menschen werden zunehmend unter Tarif entlohnt, die Arbeitsschutzbestimmungen nicht eingehalten, Beiträge zu den sozialen Sicherungssystemen oder Steuern in krimineller Absicht nicht gezahlt und Lohn vorenthalten.
Besonders betroffen sind Menschen, die ihre Rechte nicht kennen oder alleine zu schwach sind, sich gegen ein Unrecht zu wehren.
Gewerkschaften bieten hier Schutz und Sicherheit. Migranten und Migrantinnen, die mit den örtlichen Verhältnissen am Beschäftigungsort nicht vertraut sind, sind solche Menschen. Sie kennen oft ihre Rechte nicht.
Sie sind eingeschüchtert und haben die Maßstäbe ihrer Kultur in sich.
Wir sagen: Auch illegal Beschäftigte verdienen Schutz gegen Ausbeutung!
Migranten und Migrantinnen sind auf dem illegalen Arbeitsmarkt Opfer, weil sie als Abhängige in ihrer wirtschaftlichen Not Illegalität in Kauf nehmen. So werden Sie auch zu Tätern, weil sie wissentlich oder unwissentlich gegen das geltende Recht verstoßen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Gewerkschaften wollen dazu beitragen, dass Migranten und Migrantinnen als Menschen geachtet werden und ihre Rechten kennen lernen können. Dies ist auch ein Betrag zum sozialen Frieden, denn Illegalität führt nicht zur Freiheit.
Dietmar Hexel
Vorsitzender DGB-Bildungswerk und Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes
