Faire Kontrolle

Ein fairer europäischer Arbeitsmarkt braucht faire Kontrolle, fordert Dr. Norbert Cyrus
von der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder) 

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arm gegen arm

Was passiert, wenn arme Menschen gegeneinander ausgespielt werden, ist gerade an der Essener Tafel zu beobachten. Deutsche Sozialverbände und der DGB fordern stattdessen höhere Sozialleistungen für alle.

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Eins vor, zwei zurück

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Globale Sklaverei beenden

25 Millionen Menschen sind weltweit Opfer von Menschenhandel. Neha Misra, Solidarity Center, Washington DC fordert, jetzt zu handeln.

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Zunehmend verweigern Notunterkünfte für Obdachlose EU-Bürger_innen  Hilfe. Hamburg setzt nun noch eins drauf gesetzt - hilfesuchende obdachlose EU-Bürger_innen sollen ausgewiesen werden.

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Kommentar des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes  

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Forum 3: Berufsspektrum ausländischer Jugendlicher

25.02.2003
Friedrich Scheerer, (Bundesanstalt für Arbeit)

In Nürnberg wohne ich in der Südstadt in einem multinationalen Haus. Wenn ich aus dem Fenster sehe, dann schaue ich auf eine griechische Kfz-Werkstatt. Um die Ecke sind eine kroatische Änderungsschneiderei, ein türkischer Bäcker, ein spanisches Lokal und ein türkisches Immobiliengeschäft mit angeschlossenem Reisebüro. Das Multinationale ist für mich in meinem Alltagsleben Normalität geworden. Darüber bin ich froh und ich empfinde es als sehr bereichernd.

Zu dem wichtigen und sehr vielschichtigen Thema Berufsspektrum von jungen Ausländerinnen und Ausländern gab es im vergangenen Jahr zahlreiche Veranstaltungen. Ich möchte auf eine kurz zurückkommen, die am 29. November 2001 in Köln stattfand. Dort hat unter anderem unser Bundespräsident gesprochen. Die Veranstaltung stand unter dem Thema Integration durch Qualifikation. Sie hat drei Impulse gegeben.

Forum3 (Berufliche Qualifizierung von Jugendlichen...)

Erstens: Wir müssen die berufliche Integration von jungen Ausländerinnen und Ausländern verbessern. Wir müssen zweitens etwas tun für die erwachsenen Ausländer, die schon lange bei uns sind, sich aber nicht beruflich qualifizieren konnten, sondern ausschließlich gearbeitet haben und nun durch Rationalisierungsprozesse und Umstrukturierungsprozesse irgendwo draußen geblieben sind. Hier ist eine Nachqualifizierung nötig. Der dritte Impuls: Wir haben über 280.000 selbstständige Betriebsinhaber ausländischer Herkunft in Deutschland. Die tragen über 36 Milliarden Mark zu unserem Bruttosozialprodukt bei und die beschäftigen auch eine ganze Menge Menschen. Sie bilden aber noch zu wenig aus. Durch eine Kampagne wird nun versucht, die Ausbildungsbeteiligung der ausländischen Betriebsinhaber zu erhöhen. Die Frage, was ausländische Unternehmer tun können für mehr Ausbildung, für mehr Qualifizierung, hängt eng mit der Situation der Jugendlichen zusammen.

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung hat eine Projektion des Erwerbspersonenpotentials der Bundesrepublik Deutschland vorgenommen. Im Jahr 2000 wurde unsere Volkswirtschaft angetrieben von etwa 41 Millionen Erwerbspersonen bei 80 Millionen Einwohnern. Wenn bis zum Jahr 2040 - und nur dann - pro Jahr etwa eine halbe Million Menschen in die Bundesrepublik einwandern, dann werden wir soviel Erwerbspersonen haben wie heute. Eine solche Projektion spricht für sich. Ich möchte sie deshalb einfach als Einstieg so stehen lassen.

Die Bundesanstalt für Arbeit beschäftigt sich im Rahmen ihrer vielfältigen Aufgabenstellung auch mit der Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung von jungen Migrantinnen und Migranten. Dazu möchte ich die neuesten Daten vorstellen. In einem zweiten Schritt werde ich erläutern, was sich im Bereich der beruflichen Bildung getan hat, insbesondere im dualen System und bei der Ausbildungsbeteiligung junger Ausländer. Drittens möchte ich ein wenig Ursachenforschung betreiben, woran es liegen könnte, dass die Situation so ist, wie sie ist. Viertens werde ich einige Ideen zur Diskussion stellen, wie wir gemeinsam die Situation verbessern könnten!

Die Berufsberatung hat ein sogenanntes Berichtsjahr. Dieses beginnt am 1. Oktober eines Jahres und endet am 30. September. Das hängt mit dem Ausbildungsbeginn zusammen. Im vergangenen Berufsberatungsjahr, das von Oktober 2000 bis September 2001 ging, haben sich insgesamt rund 207.000 junge Ausländerinnen und Ausländer bei der Berufsberatung beraten lassen. Das waren drei Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Entwicklung hängt damit zusammen, dass wir im Jahre 2000 Änderungen im Staatsbürgerschaftsrecht hatten, die sich auch dahingehend auswirken, dass viele nicht mehr als Ausländer gezählt werden, weil sie eingebürgert worden sind. Alle statistischen Daten, die es in diesem Bereich gibt, muss man unter diesem Blickwinkel sehen. Uns ist aufgefallen, dass die schulischen Qualifikationen der jungen Ausländer, die zu uns zur Beratung kommen, im Durchschnitt niedriger sind als die der deutschen Jugendlichen. Von den Vergleichszahlen her war es so, dass 13 Prozent der ausländischen jugendlichen Ratsuchenden keinen Hauptschulabschluss hatten und im Gegensatz dazu acht Prozent der deutschen Jugendlichen. 47 Prozent der ausländischen Jugendlichen verfügten über einen Hauptschulabschluss, 30% der deutschen. Beim mittleren Bildungsabschluss wird deutlich, wo die Unterschiede liegen. 28 Prozent der ausländischen Jugendlichen hatten einen mittleren Bildungsabschluss, aber 39 Prozent der deutschen Jugendlichen. Wenn wir die Ratsuchenden mit Abitur nehmen, dann waren es 12 Prozent der ausländischen Ratsuchenden, die Abitur hatten oder einen vergleichbaren Abschluss, und 20 Prozent der deutschen Jugendlichen. Im Trend haben die deutschen Jugendlichen höhere Schulabschlüsse als die mit ausländischer Staatsbürgerschaft.

Ende Februar haben wir aktuelle Zahlen erhoben, die sich auf das jetzt laufende Berufsberatungsjahr beziehen. Daraus lässt sich ableiten, dass ausländische Jugendliche, die sich um eine Ausbildungsstelle im dualen System bewerben, vor allem in den alten Bundesländern und Berlin leben. Nordrhein-Westfalen bildet einen gewissen Schwerpunkt. Dort sind auch viele Initiativen aktiv, die sich mit dieser Problematik beschäftigen. Die neuen Bundesländer spielen hier keine Rolle. Von den absoluten Zahlen her gab es im Bundesgebiet Ost lediglich 296 ausländische Bewerberinnen und 252 ausländische Bewerber.

Die größte Gruppe, von denen, die sich bei uns gemeldet haben, stellen türkische Jugendliche. Das entspricht auch dem Anteil an der Bevölkerung. Bei den bevorzugten Berufswünschen der ausländischen Jugendlichen stehen an der Spitze Kaufmann im Einzelhandel, Bürokaufmann, Arzthelferin, Kfz-Mechaniker, Friseurin, Verkäuferin, Maler, Industriekauffrau, Industriemechaniker und Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Diese zehn Berufe werden von ausländischen Jugendlichen am häufigsten gewünscht.

Wenn wir die Hauptberufswünsche der deutschen und der ausländischen Jugendlichen vergleichen, können wir feststellen, dass die sehr dicht beieinander liegen. Bei den ausländischen Mädchen und jungen Frauen konzentrieren sich die Berufswünsche zu über fünfzig Prozent auf fünf Berufe. Das ist ein Phänomen, was wir auch bei deutschen Jugendlichen beobachten. Insbesondere Kraftfahrzeugmechaniker ist bei den ausländischen wie bei den deutschen Jugendlichen ein häufig genannter Wunschberuf. Obwohl es dort weit weniger Ausbildungsplätze gibt als Bewerber hat dieser Beruf bei den Jugendlichen eine hohe Attraktivität.

Ein weiterer Punkt sind die eingetragenen Ausbildungsverhältnisse. Daran lässt sich ablesen, ob und wie die Wünsche verwirklicht wurden. Die Kammern ziehen immer zum Jahresende Bilanz. Und sowohl im Jahr 1999 als auch im Jahr 2000 belegen die Zahlen der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse, dass der Kaufmann für Einzelhandel an der Spitze liegt. Das war also nicht nur der Wunsch Nummer eins bei den Jugendlichen, sondern ist auch in die Tat umgesetzt worden, sowohl 1999 als auch 2000. Diese Entwicklungen sind sehr konstant. Danach folgen Friseur, Kraftfahrzeugmechaniker, Arzthelfer, Bürokaufmann, Maler und Lackier, Zahnarzthelfer, Elektroinstallateur, Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Nur auf der zehnten Position hat es einen Wechsel gegeben, das war 2000 der Verkäufer und nicht mehr der Gas- und Wasserinstallateur.

Daneben konzentrieren sich die ausländischen Jugendlichen sehr stark auf bestimmte Ausbildungsbereiche. Im Bereich Industrie und Handel stellen sie 6,6 Prozent aller Auszubildenden. Die absolute Zahl war schon einmal höher. Im Handwerk sind es acht Prozent; auch hier hat es seit 1994 einen Rückgang gegeben. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass die Ausbildungszahlen im Handwerk insgesamt zurückgegangen sind. Im öffentlichen Dienst sind die absoluten Zahlen noch stärker geschrumpft. Das lässt sich auch damit erklären, dass die beiden größten Ausbilder im öffentlichen Dienst, nämlich Bahn und Post, privatisiert worden sind und sich jetzt bei der IHK wiederfinden. Was den Anteil angeht, sieht es so aus, dass jeder 50ste Azubi im öffentlichen Dienst ein ausländischer Jugendlicher ist. Einen geringeren Wert gibt es mit 1,2 Prozent nur noch in der Landwirtschaft.

Die Zahl der ausländischen Jugendlichen, die nicht vermittelt werden konnten, ist im letzten Jahr gesunken. Es gab in 2001 65.300 ausländische Bewerber - neun Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der nicht vermittelten ausländischen Jugendlichen ist von 2.900 auf 2.400 zurückgegangen.

Von den Jugendlichen, die vermittelt wurden, sind etwa 50 Prozent in eine duale Ausbildung gegangen, die anderen sind eingestiegen in berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder auch auf weiterführende Schulen gegangen, etwa Berufsfachschulen oder haben andere Alternativen gewählt. Ähnlich wie bei den deutschen Jugendlichen ist ein Trend zu beobachten, dass sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt insgesamt im letzten Jahr etwas verbessert hat.
Das hängt einerseits damit zusammen, dass es weniger Bewerber gab und zum anderen, insbesondere in den alten Bundesländern, eine Zunahme an Ausbildungsstellen zu verzeichnen war.

Nun zu den Schwierigkeiten, denen wir uns bei der Integration von jungen Migrantinnen und Migranten in die Berufsausbildung gegenüber sehen. Es gibt zunächst eine im Schnitt geringere schulische Qualifikation, eine höhere Zahl von Jugendlichen mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss und weniger Jugendliche mit höheren Schulabschlüssen. Das führt dazu, dass die Auswahlchancen geringer sind. Wir haben in vielen anerkannten Ausbildungsberufen ein durch die technische Entwicklung gestiegenes Anforderungsniveau. 128 der insgesamt 350 Berufe im dualen System sind in den vergangenen sechs Jahren neu geordnet worden, und dies nicht unbedingt mit der Konsequenz, dass die Anforderungen einfacher geworden sind. Das führt auch zu Verdrängungseffekten.

Wir beobachten außerdem in vielen Fällen eine unzureichende Sprachkompetenz. Das erweist sich bei vielen als fehlende Schlüsselqualifikation, um den Anforderungen einer dualen Ausbildung gewachsen zu sein. Dann haben wir bei jungen Ausländern vielfach andere berufliche Erwartungen, die auch geprägt sind durch andere Vorstellungen des Elternhauses. Daneben gibt es insbesondere Defizite bei Informationen zur Berufs- und Arbeitswelt. Viele Eltern von Migrantenkindern kennen das duale System nicht und wissen sehr häufig nicht um die Bedeutung einer beruflichen Erstausbildung. Hier gibt es aus unserer Sicht noch Aufklärungsbedarf. Außerdem fehlen die direkten Verbindungen von ausländischen Familien in Betriebe hinein. Auch hierin dürfte ein Grund liegen, dass noch nicht so viele junge Ausländer in dualer Ausbildung sind.

Viele ausländische Jugendliche durchlaufen eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme bevor sie eine Berufsausbildung beginnen. Bei der anschließenden Ausbildung fehlen oft stabilisierende Maßnahmen, die dann greifen, wenn es Probleme gibt, Probleme mit dem Lernen, Probleme mit dem Ausbilder oder Probleme mit der Prüfung. Hier ist sicher ein wichtiger Ansatzpunkt, wo man noch einiges besser machen kann und machen muss.

Allerdings gibt es ein Programm ausbildungsbegleitender Hilfen, die jungen Auszubildenden gewährt werden, wenn sie Schwierigkeiten haben. Das ist eine Art Nachhilfeunterricht für Azubis, der exakt dort ansetzt, wo es Defizite gibt. Das Ganze ist kombiniert mit einer sozialpädagogischen Begleitung. Wir hatten Ende Oktober 2001 7.500 ausländische Jugendliche, die in dieses Programm einbezogen waren.

Ich möchte noch einige Aktivitäten der Bundesanstalt für Arbeit für ausländische Jugendliche vorstellen. Der erste Punkt ist Information, Orientierung und Beratung. Wir geben eine eigene Zeitschrift heraus für Eltern von Migranten, die nennt sich Zukunft und informiert Familien grundlegend über das Ausbildungssystem in der Bundesrepublik, aber auch über die Bedeutung von beruflicher Ausbildung. Diese Zeitschrift erscheint in sechs Sprachen, Türkisch, Serbokroatisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch und Griechisch. Wir werden das sicher im Rahmen der EU-Osterweiterung auch auf die Sprachen der Beitrittsländer erweitern müssen. Daneben gibt es für jugendliche Ausländer ein spezielles Berufswahlmagazin. Hinzu kommen die normalen Informationen, die für alle gedacht sind. Wir haben in den Arbeitsämtern auch spezielle Ausländerbeauftragte, die die Aufgabe haben, mit den Elternvereinen, mit den entsprechenden Institutionen der jeweiligen Nationalitäten zusammenzuarbeiten. Was die Zahl von Berufsberatern, die eine interkulturelle Kompetenz mitbringen, angeht, gibt es allerdings noch Verbesserungsbedarf.

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie wir den jungen Migrantinnen und Migranten helfen können, ihr Berufswahlspektrum zu erweitern. Das erste ist eine noch bessere Zusammenarbeit mit den Eltern. Ich habe vor zwanzig Jahren, als ich selbst noch als Berufsberater gearbeitet habe, Elternveranstaltungen speziell für ausländische Eltern gemacht, in der Regel gemeinsam mit einer ausländischen Vertrauensperson, um einen besseren Zugang zum Adressatenkreis zu finden und auf diesem Wege besser objektive Informationen über das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem weitergeben zu können.

Ein weiterer Punkt ist die Berufswahlvorbereitung. Diese beginnt üblicherweise in der achten Klasse. Wir haben ein flächendeckendes Netz in allen Haupt- und Realschulen, aber hier muss noch mehr passieren. Vor allem muss die betriebliche Wirklichkeit früher in die Schule geholt werden.

Dafür gibt es eine ganze Reihe von nachahmenswerten Beispielen, etwa Initiativen, die so genannte Ausbildungsstammtische organisieren. Zum Beispiel kommt ein griechischer Jugendlicher, der Groß- und Außenhandelskaufmann lernt, in die Schule, präsentiert sich und seinen Beruf und berichtet über Erfahrungen, die er in der Berufsschule und im Betrieb sammelt. Solche direkten Kontakte müssen verstärkt werden. Denn es überzeugt am besten, wenn Altersgenossen, die schon im Berufsleben stehen, ihre Erfahrungen hautnah weitergeben. Außerdem müssen Jugendliche stärker die Möglichkeiten bekommen, vor Ort im Betrieb einmal Eindrücke zu sammeln. Wir richten deshalb auch an die Betriebsräte die Bitte, das massiv zu unterstützen. Es gibt in einer Reihe von Bundesländern neue Überlegungen, die spätere Ausbildung besser mit der allgemeinbildenden Schule zu verzahnen. In Bayern etwa gibt es die Praxis-Klassen, in denen Erfahrungen aus der Berufsschule und den Betrieben frühzeitiger mit allgemeinbildendem Unterricht verzahnt werden. Wichtig ist auch, dass die Lernort-Kooperation verbessert wird.

Wir müssen die Berufsperspektiven für Jugendliche mit schlechteren Startchancen erweitern. Es gibt einen Beschluss im Bündnis für Arbeit zur strukturellen Weiterentwicklung der beruflichen Bildung. Darin wird explizit gefordert, dass größere Binnendifferenzierung in der dualen Ausbildung erforderlich ist, um mehr Jugendlichen einen vollwertigen Berufsabschluss zu ermöglichen. Wir haben gerade einen Forschungsauftrag an unser Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung gegeben, um die Möglichkeiten auszuloten, die in diesem Bereich noch bestehen und rechnen bis zum Jahresende mit Ergebnissen.

Schließlich müssen wir die Ausbildungsbeteiligung ausländischer Unternehmer erhöhen. Auch hier gibt es sehr viele gute Beispiele. In Nürnberg existiert beispielsweise ein Ausbildungsring ausländischer Unternehmer. Dies ist ein Verein, der eine Verbundausbildung organisiert. Das heißt, mehrere Betriebe arbeiten zusammen und der Verein übernimmt den organisatorischen Teil der Arbeit. Es gibt eine Vielzahl solcher Initiativen verteilt über ganz Deutschland, die sehr erfolgreich arbeiten und denen es gelungen ist, mehr ausländische Selbständige zu einer Ausbildung zu motivieren und dadurch zusätzliche, zum Teil sehr attraktive, Ausbildungsplätze zu schaffen. Die gemachten Erfahrungen werden zum Beispiel über KAUSA weitergegeben. Die bestehenden Netzwerke und Kommunikationskanäle müssen noch enger geknüpft werden, um die hier bestehenden Möglichkeiten noch weiter zu erhöhen.