Vorwort
In Deutschland leben 7, 3 Millionen Menschen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit.
Jeder fünfte ist hier geboren. Jeder zweite lebt schon seit mehr als 10 Jahren hier.
Der DGB hat es sich zum Ziel gesetzt, die gleichberechtigte Teilhabe von Migranten und Migrantinnen am gesellschaftlichen Leben zu erreichen, so wie dies schon seit vielen Jahren in der Arbeitswelt geschehen ist. Für die vollständige gesellschaftliche Teilhabe ist die staatsbürgerrechtliche Gleichberechtigung notwendig. Deswegen begrüßen wir die Einbürgerung.
Seit der Reform des Staatsbürgerschaftsrecht im Jahre 1999 besitzen in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern – unter bestimmten Voraussetzungen – die deutsche Staatsangehörigkeit. Seitdem ist auch die Zahl der Einbürgerungen gestiegen.
Die Einbürgerung ist grundsätzlich mit dem Verlust der bisherigen Staatsangehörigkeit verbunden. Dies kann für viele Menschen, obwohl sie z.T. seit Jahrzehnten in Deutschland leben, hier arbeiten und gar das Rentenalter erreicht haben, eine große psychologische Barriere sein. Sie haben noch immer eine Bindung an ihre Herkunftsheimat und wollen diese nicht aufgeben. Diese Angst, auch wenn sie nicht immer berechtigt sein mag, ist nachvollziehbar.
Die Staatsangehörigkeit trägt dazu bei, dass sich mehr Menschen als bisher aktiv und gleichberechtigt an der Gestaltung der deutschen Gesellschaft beteiligen können. Die Entscheidung über die Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit muss jeder und jedem Einzelnen überlassen bleiben. Diese Entscheidung wird erleichtert, wenn es nicht mehr notwendig ist, die bisherige Staatsangehörigkeit aufzugeben.
Mit dieser Broschüre wollen wir über die derzeitigen Möglichkeiten der Mehrstaatigkeit informieren und zur Diskussion um die doppelte Staatsbürgerschaft beitragen. Doppelte Staatsbürgerschaft bietet eine Grundlage zur Integration, die Integration von Migrantinnen und Migranten in Deutschland wird dadurch erleichtert.
