Zu Recht gescheitert

Zwölf Tage am Stück Arbeiten, davon an vier Tagen bis zu sechzehn Stunden - das sah das Mobility Package für LKW-Fahrer vor. 

Der Kommentar von Cristina Tilling, European Transport Workers‘ Federation    

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Einstieg in den Arbeitsmarkt

Arthur Skorniakov ist Betriebsrat bei booking.com. Die Belegschaft ist enorm vielfältig. Er erzählt, welche Herausforderungen das birgt.  

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Immer mehr Blue Cards

Sie ist das Ticket für den europäischen Arbeitsmarkt: Die Blue Card EU. Knapp sechs Jahre nach der Einführung hat das BAMF erstmals eine Bilanz dieser Aufenthaltserlaubnis vorgelegt. 

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Pflege - ohne Sicherheit für die Beschäftigten?

Die Bundesregierung möchte ausländische Fachkräfte für die Pflege anwerben. Doch die Vorstellungen über die Bedingungen gehen weit auseinander. 

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Rechtsstaatlich in Zweifel zu ziehen

Auf dem DGB Bundeskongress positionierte sich die Gewerkschaft der Polizei eindeutig gegen die geplanten "Anker"-Zentren .  

Auszüge aus der Rede von Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender der GdP 


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Nur empfindlich?

Über Alltagsrassismus reden und ihn sichtbar machen, das fordert  Giorgina Kazungu-Haß, MdL (SPD).

Zu ihrem Kommentar im Forum Migration 

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Solidarität

Solidarität - das ist mehr als nur ein Wort. Dominik Bartsch, Direktor UNHCR Deutschland sieht darin den Schlüssel zur Integration.  

Zu seinem Kommentar im Forum Migation   

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Türkei: Gewerkschafter aus Remscheid verhaftet

Der Gewerkschafter und Migrationsberater Adil Demirci aus Remscheid wurde in der Türkei verhaftet. 

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2.1 Geburt und Abstammung

04.02.2004

Die Staatsangehörigkeit wird in der Regel durch Geburt oder durch Abstammung erworben. Das eine ist das Abstammungsprinzip (ius sanguinis) und das andere das Geburtsprinzip (ius soli). Nach dem Abstammungsprinzip erwerben Kinder mit der Geburt die Staats-angehörigkeit ihrer Eltern. Dagegen erhalten Kinder nach dem Geburtsprinzip die Staatsangehörigkeit des Staates, innerhalb dessen Grenzen sie geboren werden, wobei es auf die Staatsangehö-rigkeit der Eltern nicht ankommt.

Deutschland

Ein Kind, das deutsche Eltern hat, wird als deutsches Kind geboren. Hier ist zunächst unwichtig, ob das Kind in Deutschland oder im Ausland geboren wird. Es reicht, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.

BeispielBRD_Flagge

Da Pauls Eltern deutsche Staatsangehörige sind, ist er auch als deutscher Staatsangehöriger geboren worden. Wenn Paul selber einmal Vater wird, so wird sein Kind – nennen wir dieses Kind Paula – als deutsche Staatsangehörige geboren. Die Mutter von Pauls Kind, also die Mutter von Paula, kann auch eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen.

Etwas anderes gilt, wenn die Eltern bzw. der deutsche Elternteil selber nach dem 31. Dezember 1999 im Ausland geboren wurden und im Ausland den gewöhnlichen Aufenthalt haben. In diesem Fall muss die Geburt des Kindes innerhalb von einem Jahr bei den zuständigen deutschen Behörden angezeigt werden, damit das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten kann.

In Deutschland kann aber auch ein Kind geboren werden, dass keine deutschen Eltern oder Elternteil hat. D.h. der Vater und die Mutter des Kindes sind ausländische Staatsangehörige. Dieses Kind wird als deutsche Staatsangehörige bzw. deutscher Staatsangehöriger geboren, wenn entweder beide Elternteile oder aber mindestens der Vater oder die Mutter folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • seit acht Jahren in Deutschland rechtmäßig leben eine
  • Aufenthaltsberechtigung haben
  • oder schon seit drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis haben.

Zwar muss sich dieses Kind mit Erreichen der Volljährigkeit entscheiden, ob es die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit der Eltern behält, aber nichtsdestotrotz hat es erstmal die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt.

Beispiel

Olek ist verheiratet mit Magdalena. Beide sind polnische Staatsangehörige. Sie leben seit 12 Jahren in Deutschland und Olek hat im Jahre 1998 die unbefristete Aufenthaltserlaubnis bekommen. Im Jahre 2002 wird ihr gemeinsamer Sohn Marek geboren. Marek hat automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, weil sein Vater Olek seit vier Jahren die unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzt.

Ein anderes Beispiel wäre das folgende:

Beispiel

Filiz ist mit Can verheiratet. Sie sind beide türkische Staatsangehörige. Filiz lebt seit ihrer Geburt in Deutschland, während Can seit 3 Jahren in Deutschland lebt. Filiz hat die Aufenthaltsberechtigung. Im Jahre 2002 wird ihre gemeinsame Tochter Yeliz geboren. Yeliz hat automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, weil ihre Mutter Filiz die Aufenthaltsberechtigung hat.

Bosnien und Herzegowina

Die bosnische Staatsangehörigkeit erhält ein Kind, dessen Eltern die bosnische Staatsangehörigkeit besitzen. In diesem Fall ist es egal, ob das Kind in Bosnien und Herzegowina oder im Ausland geboren wird.

Beispiel

BosnienKemal und Svetlana besitzen beide die bosnisch-herzegowinische Staatangehörigkeit. Sie leben in Deutschland und bekommen ihr gemeinsames Kind Goran. Goran bekommt bei Geburt die bosnisch-herzegowinische Staatsangehörigkeit.

Wenn aber bei Geburt des Kindes nur ein Elternteil bosnische Staatsangehörige bzw. bosnischer Staatsangehöriger war, so erhält das Kind die bosnische Staatsangehörigkeit nur, wenn es in Bosnien und Herzegowina geboren wurde. Wenn das Kind im Ausland geboren wird und nur ein Elternteil hat, das bei Geburt des Kindes die bosnische Staatsangehörigkeit innehat, so erhält das Kind nur dann die bosnische Staatsangehörigkeit, wenn es mit Erreichen des 23. Lebensjahres registriert ist oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Bosnien und Herzegowina hat.

Beispiel

Wenn der bosnisch-herzegowinische Staatsangehörige Ivan und die deutsche Staatsangehörige Petra das gemeinsame Kind Sarah bekommen, so erhält das Kind mit Geburt die bosnische Staatangehörigkeit, wenn es in Bosnien und Herzegowina auf die Welt kommt. Wenn es aber im Ausland, z.B. in Deutschland geboren wird, so muss das Kind bis zum Erreichen des 23. Lebensjahrs bei den bosnisch-herzegowinischen Behörden registriert sein oder aber seinen Wohnsitz in Bosnien und Herzegowina haben. Das würde bedeuten, dass Sarah die bosnisch-herzegowinische Staatsangehörigkeit bekommt, wenn sie entweder in Deutschland lebt und sich bei den bosnisch-herzegowinischen Behörden registrieren lässt oder aber in Bosnien und Herzegowina lebt.

Kroatien

Die kroatische Staatsbürgerschaft erhält ein Kind, wenn beide Elternteile bei Geburt des Kindes kroatische Staatsbürger waren.

Beispiel

Milan und Ivana besitzen die kroatische Staatsangehörigkeit. Sie bekommen das gemeinsame Kind Nada. Nada wird als kroatische Staatsangehörige geboren, da ihre Eltern kroatische Staatsangehörige sind. Hier ist es nicht wichtig, wo das Kind geboren ist.

Wenn aber nur ein Elternteil zu Zeiten der Geburt des Kindes die kroatische Staatsbürgerschaft besessen hat, erhält das Kind die kroatische Staatsangehörigkeit nur dann automatisch, wenn das Kind in Kroatien geboren wird.

BeispielKroatien_Flagge

Paul ist deutscher Staatsbürger und lebt mit Eva, einer kroatischen Staatsbürgerin, in Kroatien. Dort wird ihr gemeinsames Kind Milva geboren. Milva bekommt dadurch die kroatische Staatsbürgerschaft.

Wenn dieses Kind im Ausland geboren wird, so erhält dieses Kind die kroatische Staatsangehörigkeit nur, wenn die Geburt bei den kroatischen Behörden angezeigt wird.

Beispiel

Paul und Eva leben nicht in Kroatien, sondern zum Beispiel in Deutschland und bekommen das Kind Milva. Die Geburt von Milva muss bei dem kroatischen Konsulat angezeigt werden, damit Milva die kroatische Staatsangehörigkeit bekommt.

Polen

In Polen ist es so, dass ein Kind, das in Polen geboren wird, nur die Staatsangehörigkeit bekommt, wenn es polnische Eltern oder einen polnischen Elternteil hat oder aber Eltern hat, die staatenlos sind.

Beispiel

Polen_FlaggeOlek wurde in Polen geboren. Sowohl seine Mutter als auch sein Vater waren polnische Staatsangehörige. Deswegen ist er als polnischer Staatsangehöriger geboren worden.

Wenn nur ein Elternteil die polnische Staatsangehörigkeit hat, so bekommt das Kind durch Geburt die polnische Staatsangehörigkeit, wenn die Staatsangehörigkeit des anderen Elternteils nicht bekannt ist, dieser staatenlos ist oder die Staatsangehörigkeit nicht weitergeben kann.

Beispiel

Magdalena ist ein solcher Fall. Ihr Vater war zwar polnischer Staatsangehöriger, ihre Mutter aber staatenlos, also ohne jegliche Staatsangehörigkeit. Magdalena hat die polnische Staatsangehörigkeit bekommen, weil ihr Vater polnischer Staatsangehöriger und ihre Mutter staatenlos war. Dies wäre ebenso der Fall, wenn die Mutter polnische Staatsangehörige und der Vater staatenlos gewesen wäre.

Schließlich ist noch folgender Fall denkbar. Wenn nur ein Elternteil, d.h. entweder der Vater oder die Mutter des Kindes die polnische Staatsangehörigkeit besitzt, so wird dem Kind die polnische Staatsangehörigkeit unter der Bedingung gewährt, dass die Geburt des Kindes innerhalb von drei Monaten vor den zuständigen polnischen Behör-den angezeigt wird.

Beispiel

Marija ist polnische Staatsangehörige. Sie lebt mit ihrem Ehemann Christian in Deutschland, der ein deutscher Staatsangehöriger ist. Sie bekommen gemeinsam ein Kind, den kleinen Bolek. Wenn sie die Geburt von Bolek innerhalb von drei Monaten vor den zuständigen polnischen Behörden anzeigen, bekommt Bolek die polnische Staatsangehörigkeit durch Geburt.

Wenn die Eltern die Anzeige nicht gemacht haben, kann diesem Kind auch nach Erreichen von 16 Jahren bis zur Volljährigkeit die polnische Staatsangehörigkeit gewährt werden, wenn es einen Antrag stellt.

D.h. unser Beispiel Bolek könnte die polnische Staatsangehörigkeit bekommen, wenn er mit 16 Jahren einen Antrag bei den zuständigen polnischen Behörden stellt. Er hat Zeit, diesen Antrag bis zur Volljährigkeit zu stellen, d.h. spätestens bis er achtzehn Jahre alt ist.

Serbien und Montenegro

Ein Kind, dessen Eltern beide Staatsangehörige von Serbien und Serbien_FlaggeMontenegro sind, erhält die Staatsangehörigkeit von Serbien und Montenegro (siehe Anmkerung 1). Auch wenn nur der Vater oder nur die Mutter des Kindes Staatsangehörige von Serbien und Montenegro ist, kann das Kind die Staatsangehörigkeit von Serbien und Montenegro erhalten.

Türkei

Die türkischen Gesetze sehen vor, dass je des Kind, das türkische Eltern oder einen türkischen Elternteil hat, als türkische Staatsangehörige bzw. türkischer Staatsan gehöriger geboren wird, unabhängig vom Geburtsort.

Beispiel

Yeliz wird in Deutschland geboren. Ihre Eltern Filiz und Can haben beide die tür kische Staatsangehörigkeit. Yeliz bekommt die türkische Staatsangehörig keit daher durch Geburt. Sie hätte auch die türkische Staatsangehörigkeit be kommen, wenn nur ihr Vater oder nur ihre Mutter die türkische Staatsangehörigkeit besessen hätte.

Wenn aber ein Kind von Eltern mit auslän discher Staatsangehörigkeit in der Türkei geboren wird, so wird dieses Kind nicht als als türkische Staatsangehörige bzw. türki scher Staatsangehöriger geboren.

Tuerkei_FlaggeBeispiel

Mit unseren Beispielsfamilien wäre es so: Nun leben Olek und Magdalena in der Türkei und dort wird ihr Kind Marek geboren wird. Marek erhält nicht die türkische Staatsangehörigkeit, weil Olek und Magdalena ihrem Kind die polnische Staatsangehörigkeit übertragen können. Wenn Olek und Magdalena beide staatenlos gewesen wären, wäre Marek auch türkischer Staatsangehöriger, da seine Eltern ihm keine Staatsangehörigkeit hätten übertragen können.

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Anmerkung 1: Für Serbien und Montenegro lag uns bis zur Drucklegung leider kein Staatsangehörigkeitsgesetz vor. Wir haben Informationen von der Serbisch-Montenegrinischen Botschaft in Berlin eingeholt.