Obdachlose sollen ausreisen

Zunehmend verweigern Notunterkünfte für Obdachlose EU-Bürger_innen  Hilfe. Hamburg setzt nun noch eins drauf gesetzt - hilfesuchende obdachlose EU-Bürger_innen sollen ausgewiesen werden.

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MdBs mit Migrationshintergrund

22,50 Prozent der Gesamtbevölkerung haben Migrationshintergrund. Aber wie sieht es aktuell im Bundestag aus? 

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Schutz für entsandte Beschäftigte

12-Stunden Schicht, 6 Tage die Woche und am Ende nicht den vereinbarten Lohn erhalten - das kennen zu viele entsandte Beschäftige. Nun gibt es neue Anläufe ihre Situation zu verbessern.

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Augsburg: ver.di kämpft gegen Abschiebung

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Portrait: Ilknur Karaton: Wir wissen, wie wichtig Bildung ist, aber der Zugang fehlt.

07.11.2006

Sie ist Kinder-, Jugend- und Kulturbeauftragte im Alevitischen Verein Bünde e.V. und hat ehrgeizige Pläne für ihren Verein: „Ich möchte unsere Mitglieder motivieren sich für ihre eigene berufliche Zukunft und für die Integration einzusetzen. Die Einzelnen sollen sich weiter bilden, sollen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt kennen lernen und selbstbewusst Regelberatungen in Anspruch nehmen.“

 

300 Mitglieder hat der Alevitische Verein Bünde. Und obgleich Aleviten einer recht liberalen Religionsrichtung des islamischen Glauben angehören, steht weit mehr als Religion im Vereinsprogramm. Karaton: „Wir zeigen den Kindern die heimatliche Kultur, dazu gehören Tänze, Musik und Folklore generell. Wir machen Spielnachmittage für die Kleinsten, wir geben Nachhilfeunterricht für Schüler, wir organisieren Theatergruppen.“ Und nun kommt noch die Bildungsberatung hinzu. An Ideen mangelt es der 24-jährigen Bildungs- und Integrationsbeauftragten keineswegs. Sie will mit Vertretern von Weiterbildungseinrichtungen und Dolmetschern Infoveranstaltungen im Verein organisieren, sie will Bewerbungstrainings durchführen, eine Infoecke mit Flyern und Broschüren zu Qualifizierungen und Beratungen einrichten und Einzelberatungen anbieten.

Woher kommt dieses enorme Engagement? „Ich weiß, dass es dringend nötig ist“, sagt Ilknur Karaton schlicht. Sie selbst ist zwar in Deutschland geboren und aufgewachsen, hat hier Abitur gemacht und ist kurz davor, ihr Studium abzuschließen, aber ihr Leben ist dennoch nicht mit dem gleichaltriger Deutscher zu vergleichen. „Anfangs lebten wir alle in einer Wohnung, meine Eltern, meine Großmutter und meine Onkel mit sieben Familien – das war schlimm“, berichtet Karaton. Sie war bereits im Kindergarten, als ihre Eltern mit ihr in eine 74-Quadratmeter- große Wohnung zogen. „Gott sei dank“, sagt sie noch heute, „obwohl wir uns sehr zusammenreißen mussten, denn wir waren arm“. Und auch im Kindergarten und in der Schule, war für das türkischstämmige Mädchen so manches anders. „Nie kam ein anders Kind auf mich zu, wollte mich kennen lernen oder mein Freund werden – das musste immer von mir ausgehen. Zum Glück bin ich sehr kontaktfreudig“, lacht sie. Bildung ist bei Aleviten wichtig, deshalb haben die Eltern sie unterstützt wo sie konnten – viel konnten sie allerdings nicht tun. Ilknur Karaton: „Wie viele Gastarbeiter aus der Türkei, hatten auch meine Eltern gerade mal die Grundschule in der Türkei besucht und dann dort gearbeitet. So kamen sie nach Deutschland, um hier gering qualifizierte Arbeit zu leisten. Sie sprechen auch heute noch nicht die deutsche Sprache, sie selbst fanden nie einen Zugang zur eigenen Fortbildung und dennoch sagten sie mir: Du musst dich bilden, bilden, bilden!“

Kontakt:
Aleviten Gemeinde Bünde und Umgebung e.V.
Ilknur Karaton / Ali Dogan
Lübbeckerstraße 149
32257 Bünde

Telefon: (0 52 23) 44 233
Fax: (0 52 23) 43 906
Internet: www.aleviten-buende.de