Formell. Non-formal. Anders.

Ein wenig in der Freizeit am Auto rumgeschraubt und schon ausgebildeter KFZ-Mechatroniker_in? So einfach ist es nicht. Doch es gibt Wege informelle Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Welche? Darüber diskutieren wir auf unserer Tagung

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Wendepunkt

Nächstes Jahr wird zum ersten Mal ein umfassendes, globales Abkommen über die Migration entwickelt – der Global Compact on Migration der UN.

Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, erläutert in seinem Kommentar im Forum Migration, warum das zu einem Wendepunkt für die Zukunft der Migration werden kann.

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Gnadenlos

In der EU wird das sogenannte Mobilitätspaket verhandelt. Die Stärkung des Sozialen  werde „gnadenlos der Liberalisierung des Binnenmarktes untergeordnet“, sagte DGB Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

Was dahinter steckt? Hier mehr

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Einstellungssache

Sei können den Weg eines Kindes massiv beeinflussen: Lehrerinnen und Lehrer. Eine neue Studie brachte nun Überraschendes zu ihren Einstellungen zu Migrantinnen und Migranten zu Tage.

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Portrait: Ilknur Karaton: Wir wissen, wie wichtig Bildung ist, aber der Zugang fehlt.

07.11.2006

Sie ist Kinder-, Jugend- und Kulturbeauftragte im Alevitischen Verein Bünde e.V. und hat ehrgeizige Pläne für ihren Verein: „Ich möchte unsere Mitglieder motivieren sich für ihre eigene berufliche Zukunft und für die Integration einzusetzen. Die Einzelnen sollen sich weiter bilden, sollen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt kennen lernen und selbstbewusst Regelberatungen in Anspruch nehmen.“

 

300 Mitglieder hat der Alevitische Verein Bünde. Und obgleich Aleviten einer recht liberalen Religionsrichtung des islamischen Glauben angehören, steht weit mehr als Religion im Vereinsprogramm. Karaton: „Wir zeigen den Kindern die heimatliche Kultur, dazu gehören Tänze, Musik und Folklore generell. Wir machen Spielnachmittage für die Kleinsten, wir geben Nachhilfeunterricht für Schüler, wir organisieren Theatergruppen.“ Und nun kommt noch die Bildungsberatung hinzu. An Ideen mangelt es der 24-jährigen Bildungs- und Integrationsbeauftragten keineswegs. Sie will mit Vertretern von Weiterbildungseinrichtungen und Dolmetschern Infoveranstaltungen im Verein organisieren, sie will Bewerbungstrainings durchführen, eine Infoecke mit Flyern und Broschüren zu Qualifizierungen und Beratungen einrichten und Einzelberatungen anbieten.

Woher kommt dieses enorme Engagement? „Ich weiß, dass es dringend nötig ist“, sagt Ilknur Karaton schlicht. Sie selbst ist zwar in Deutschland geboren und aufgewachsen, hat hier Abitur gemacht und ist kurz davor, ihr Studium abzuschließen, aber ihr Leben ist dennoch nicht mit dem gleichaltriger Deutscher zu vergleichen. „Anfangs lebten wir alle in einer Wohnung, meine Eltern, meine Großmutter und meine Onkel mit sieben Familien – das war schlimm“, berichtet Karaton. Sie war bereits im Kindergarten, als ihre Eltern mit ihr in eine 74-Quadratmeter- große Wohnung zogen. „Gott sei dank“, sagt sie noch heute, „obwohl wir uns sehr zusammenreißen mussten, denn wir waren arm“. Und auch im Kindergarten und in der Schule, war für das türkischstämmige Mädchen so manches anders. „Nie kam ein anders Kind auf mich zu, wollte mich kennen lernen oder mein Freund werden – das musste immer von mir ausgehen. Zum Glück bin ich sehr kontaktfreudig“, lacht sie. Bildung ist bei Aleviten wichtig, deshalb haben die Eltern sie unterstützt wo sie konnten – viel konnten sie allerdings nicht tun. Ilknur Karaton: „Wie viele Gastarbeiter aus der Türkei, hatten auch meine Eltern gerade mal die Grundschule in der Türkei besucht und dann dort gearbeitet. So kamen sie nach Deutschland, um hier gering qualifizierte Arbeit zu leisten. Sie sprechen auch heute noch nicht die deutsche Sprache, sie selbst fanden nie einen Zugang zur eigenen Fortbildung und dennoch sagten sie mir: Du musst dich bilden, bilden, bilden!“

Kontakt:
Aleviten Gemeinde Bünde und Umgebung e.V.
Ilknur Karaton / Ali Dogan
Lübbeckerstraße 149
32257 Bünde

Telefon: (0 52 23) 44 233
Fax: (0 52 23) 43 906
Internet: www.aleviten-buende.de