Obdachlose sollen ausreisen

Zunehmend verweigern Notunterkünfte für Obdachlose EU-Bürger_innen  Hilfe. Hamburg setzt nun noch eins drauf gesetzt - hilfesuchende obdachlose EU-Bürger_innen sollen ausgewiesen werden.

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MdBs mit Migrationshintergrund

22,50 Prozent der Gesamtbevölkerung haben Migrationshintergrund. Aber wie sieht es aktuell im Bundestag aus? 

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Schutz für entsandte Beschäftigte

12-Stunden Schicht, 6 Tage die Woche und am Ende nicht den vereinbarten Lohn erhalten - das kennen zu viele entsandte Beschäftige. Nun gibt es neue Anläufe ihre Situation zu verbessern.

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Augsburg: ver.di kämpft gegen Abschiebung

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Aktiv im Wirtschafts- und Arbeitsmarktgeschen: Neue Perspektiven bei Migrantenselbstorganisationen

20.12.2006

In einer 2004 veröffentlichten Studie des Zentrums für Türkeistudien im Auftrag des Familienministeriums zu türkischen Migrantenselbst - organisationen wird eine Unterscheidung getroffen zwischen partizipationsorientierten und traditionsorientierten Vereinigungen.

Zu den ersteren zählen Unternehmer-, Eltern-, politische und Sozialvereine. Die traditionsorientierten Vereinigungen zielen eher auf die Schaffung von Schonräumen, aber auch darauf das Ansehen der Community zu verbessern, was konkrete Hilfestellungen für die älteren Mitglieder ebenso einschließt wie Jugendarbeit, die über religiöse Unterweisung und Bewahrung von Tradition hinausgeht und auch soziale Integration im Blick hat. So oder zumindest sehr ähnlich dürfte es auch in den anderen Gemeinschaften der Zuwanderer aussehen.

Daneben gibt es zum Beispiel Bildungsträger, die aus einer Community kommen, sich aber an alle Zuwanderer - gruppen wenden. Beispiele aus dem Bereich von Pro Qualifizierung sind etwa Diên Hông in Rostock und Mozaik in Bielefeld. Bei denen ist weniger Integ - ration allgemein die Zielrichtung, sondern Integration in den Arbeitsmarkt als ein zentraler Weg zur Integration insgesamt. Solche Ansätze – so Cemalettin Özer von Mozaik – werden seit etwa zehn Jahren verfolgt, sind also nicht ganz neu, aber auch nicht langer Traditionsbestand in der Zuwanderungs - gesellschaft. Damit – und zum Beispiel auch mit den zahlreichen Bemühungen, ausländische Betriebe in die Lage zu versetzen, Lehrlinge auszubilden – greifen die Migrantenselbstorganisationen aktiv in das Wirtschafts- und Arbeitsmarktgeschehen ein, und zwar im Mainstream und nicht in Nischen.

Diese Entwicklung strahlt in die eingesessenen Organisationen aus. Ein Beispiel: die Alleviten-Gemeinde im westfälischen Bünde. Seit einem knappen Jahr informiert der Vorsitzende Ali Do - gan regelmäßig über Weiterbildungsmöglichkeiten und Fragen des Zugangs zum Arbeitsmarkt, seit Kurzem in Zusammenarbeit mit Mozaik. Die Gemeinde ist eher den traditionsorientierten Vereinigungen zuzurechnen. Die Alleviten der Region – so Dogan – sind ander weitig kaum organisiert. Die Gemeinde ist praktisch der einzige Ort, wo sie zu erreichen sind und das nutzt Dogan. Das ist keine Abkehr von der Pflege der eigenen Kultur, sondern eine notwendige Ergänzung. Gefördert wird eine solche Entwicklung dadurch, dass in den Vorständen der Migrantenselbstorganisationen die erste und zweite Zuwanderergeneration abgelöst wird und neue Ideen und Projekte entwickelt und umgesetzt werden. Ein Beispiel dafür ist Ali Dogan. Der Jura-Student, der gerade seiner Abschlussprüfung im Januar entgegenlernt, sieht sich als Angehörigen der neuen Generation, die Dinge anders anfasst, weil er sich gleichzeitig als Teil dieser Gesellschaft und seiner Herkunftskultur begreift, was gut zusammenpasst.

Der Erfolg gibt Ali Dogan recht. Die Resonanz auf seine regelmäßigen Informa - tionsabende ist sehr positiv. Sein Ziel ist es, dass die Mitglieder der Gemein de in die Lage versetzt werden, selbst ak tiv zu sein, wenn es darum geht, sich auf dem Arbeitsmarkt zu bewerben oder auch eine Weiterbildung zu machen.

Das Beispiel zeigt auch, dass Migrantenselbstorganisationen sich verändern und aktiv – wenn man so will – Beschäftigungspolitik unterstützen. Spätestens das sollte Anlass sein, ihnen in der Öffentlichkeit mehr Beachtung zu schenken.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Europa:Mobil Dezember 2006" entnommen.