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02. Grundlagen

30.09.2008

Der modulare Aufbau der Seminare ermöglicht es, die Kurse flexibel als Wochenkurse, oder auch als Mehrtages- oder Tagesveranstaltung durchzuführen.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Module für Chancengleichheit und gegen Diskriminierung" entnommen.

Grundlage der Seminargestaltung ist die Handlungsorientierung und das Eingehen auf die Anforderungen der Teilnehmenden. Dazu werden Interessenlagen und Vorkenntnisse der Teilnehmenden erfasst, die in die Umsetzung der Kurse einfließen.

Die Gestaltung der Vorträge orientiert sich an den Sprachkompetenzen der Teilnehmenden.

Die Module können für unterschiedliche Gruppengrößen eingesetzt werden, dabei sollten aber der Gruppengröße angepasste Methoden eingesetzt werden.

Bei der Auswahl der Referentinnen und Referenten sind fachliche Kompetenzen ebenso gefragt wie Empathie. Dies gewährleistet eine kompetente Lernorientierung. Folgende Anforderungen sollten erfüllt sein:

  • Das eingesetzte Personal soll aus fachlich und interkulturell kompetenten und qualifizierten Fachkräften bestehen.
  • Bei der Planung und Durchführung der Maßnahmen sollen auch Menschen mit Migrationshintergrund einbezogen sein.

Eine regelmäßige Evaluation gewährleistet die Einhaltung der Qualitätsstandards. Die Evaluation geschieht sowohl intern (u.a. durch die Erfassung der Teilnehmendenzufriedenheit) und durch externe Evaluatoren. Das DGB Bildungswerk ist darüber hinaus ein ISO zertifizierter Bildungsdienstleister.

ZIELGRUPPE

Die Zielgruppe der Bildungsveranstaltungen zeichnet sich vor allem durch eine große Heterogenität aus:

  • In den Seminaren treffen sich Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Kontexten und aus den verschiedensten Bereichen. Das Angebot richtet sich an Arbeitnehmende, Funktionsträger wie Vertrauensleute, Jugend- und Auszubildendenvertretende, Betriebs- und Personalräte sowie Personalverantwortliche, Verantwortliche für die Fort- und Weiterbildung sowie an Migrationserstberater und -beraterinnen und Menschen in der Beratung (wie beispielsweise Sozialberatung, Personalund Organisationsberatung).
  • Die Veranstaltung richtet sich an Menschen, die sich für Integration von Menschen mit Migrationshintergrund oder in diesem Rahmen in der Planung und Durchführung entsprechender Aufgaben betraut sind. Zudem richten sich die Angebote an interessierte Menschen mit Migrationshintergrund.
  • Die Teilnehmenden bringen unterschiedliche Erfahrungen in Bezug auf Diskriminierung mit. Sie verfügen über unterschiedliche Kenntnisse der deutschen Sprache, über unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Erfahrungen und über unterschiedliche intellektuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten.
ZIELSETZUNG

Die Inhalte der vorliegenden Module sollen informieren und zur Kompetenzentwicklung der Teilnehmenden beitragen. Dies soll geschehen, indem Inhalte und Methoden zur Wahrnehmung, Analyse und Erreichung von Gleichbehandlung zur Verfügung gestellt werden.

Ziel ist die Förderung der

Urteilskompetenz

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, Diskriminierung in ihren unterschiedlichen Facetten zu erkennen und zu benennen.

Handlungskompetenz

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, in ihrem Lebens- und Arbeitsbereich aktiv gegen Diskriminierung und Ungleichbehandlung vorgehen zu können.

Methodenkompetenz

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen Fähigkeiten vermittelt, um sich mit Diskriminierung allgemein, besonders aber mit der Schaffung gleichberechtigter Teilhabe in der Arbeitswelt auseinandersetzen zu können.

Didaktik

Die Seminare richten sich an erwachsene Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diese erwarten mehr, als nur den Erwerb enzyklopädischen Wissens. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen das Erlernte in der Praxis umsetzen können. Deshalb muss die inhaltliche Gestaltung der Seminare den Bezug zur Lebenswirklichkeit der Lernenden herstellen.

Individuelle Erfahrungen/Einstellungen können und sollen in die Gestaltung einfließen. Tabuisierungen von Konflikten sollen vermieden werden.

Die Lernsituation muss genügend Raum bieten für die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, die sich aus den unterschiedlichen Lernerfahrungen und Lernkompetenzen ergeben.

Eine Möglichkeit diesen Ansprüchen gerecht zu werden, bieten handlungsorientierte Angebote.

Diese

  • stellen den teilnehmenden Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt der Unterrichtsarbeit;
  • haben einen ganzheitlichen Ansatz, verknüpfen Denken und Handeln, fordern Kopf und Herz;
  • sind realitätsbezogen, orientieren sich an der Lebenswirklichkeit der Teilnehmenden;
  • sind demokratisch, lassen die Teilnehmenden mitbestimmen und lehren mitzubestimmen;
  • fördern die Methodenkompetenz der Teilnehmenden;
  • bieten die Möglichkeit exemplarischen Lernens
METHODEN

Die Heterogenität der Lerngruppen stellt große Anforderungen an die Durchführung der Seminare.Wenn möglich, sollten die verwendeten Methoden eine Binnendifferenzierung ermöglichen. So kann bei der Zusammensetzung von Arbeitsgruppen eine Auswahl nach den individuellen Fähigkeiten der Teilnehmenden geschehen.

Bei gleicher Ziel- und Themensetzung kann durch den modularen Aufbau der Kurse eine Vertiefung oder Erweiterung der Themen vorgenommen werden.

Wichtig ist, dass bei der Auswahl der Methoden darauf geachtet wird, dass nicht nur kognitive Methoden angewandt werden, sondern dass gerade auch die affektive Ebene bedacht wird. Es ist deshalb notwendig, auch die Erlebniskomponente bei der Planung der Methoden zu beachten, um neben dem Verstand auch die Emotionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erreichen.

KURZBESCHREIBUNG DER METHODEN

Folgende Methoden können, den Themen angepasst, Anwendung finden (Auswahl):

  • Impulsreferate
  • Kleingruppenarbeit
  • Internetrecherche
  • Rollenspiel
  • Zukunftswerkstatt

Impulsreferate

Impulsreferate bieten die Möglichkeit, Informationen kompakt zu vermitteln. Lehrvortrag und Teilnehmendenaktivität wechseln sich dabei ab. Die Teilnehmenden erhalten Impulse für ihre Mitarbeit und beeinflussen durch ihre Reaktion den Ablauf und die Geschwindigkeit des Geschehens.

Kleingruppenarbeit

Kleingruppen bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich ihren Fähigkeiten entsprechend mit einem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Kleingruppenarbeit lässt sich in die Phasen „Vorbereitung“, „Durchführung“ und „Nachbearbeitung“ unterscheiden. Voraussetzung für eine gute Gruppenarbeit ist eine eindeutige Zielsetzung, unmissverständliche Arbeitsaufträge, die Bereitstellung der benötigten Arbeitshilfen, sowie klare Zeitangaben.

Internetrecherche

Die Internet-Literaturrecherche erweitert die Methodenkompetenz der Teilnehmenden und bietet ihnen die Möglichkeit, sich auch nach Abschluss des Seminars mit einem Thema intensiv auseinanderzusetzen.

Rollenspiele

Rollenspiele bieten den Beteiligten die Möglichkeit, sich mit ihren Erfahrungen und ihren individuellen Ausdrucksmöglichkeiten einzubringen. Die soziale Interaktion der Teilnehmenden produziert das Material für den Lernprozess. Die Akteure bestimmen selbst, wie tief sie sich in ein Thema begeben. Bei mangelnder sprachlicher Kompetenz, kann das Rollenspiel auch pantomimisch dargestellt werden.

Zukunftswerkstatt

In einer „Kritikphase“ werden Situationen aufgezählt, in denen die Chancengleichheit eingeschränkt wird. Es werden Sachverhalte aufgezeigt. Die Bewertung und Gewichtung geschieht durch die Gruppe. In einem Brainstorming werden dann die Kritikpunkte positiv umformuliert (positive Umdeutung) und es folgt ein utopischer Entwurf. In der anschließenden „Umsetzungsphase“ werden die utopischen Entwürfe auf ihre Realisierbarkeit überprüft und Umsetzungsstrategien entwickelt. Am Ende werden in einer „Dokumentationsphase“ die Ergebnisse festgehalten.

 

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