Migrantinnen, die es im Beruf geschafft haben: IMIS-Studie sucht nach Erfolgsfaktoren
Generell zeigen sich bei den unterschiedlichen Gruppen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Dass heißt auch: Die Erfolgsfaktoren, die dazu geführt haben, dass Frauen in qualifizierten Berufen erfolgreich sind, gelten unabhängig davon, ob es sich um Drittstaatlerinnen handelt oder nicht.
Ein solcher Faktor ist das familiäre Umfeld. Für Frauen der zweiten Generation „stellt sich der Bildungs- und Berufsweg zum Teil als Resultat des Bildungsauftrags der Eltern dar“. Eine Bildungsnähe des Elternhauses ist da nahe liegender Weise von Vorteil.
Erfolgsfaktor ist auch ein eher geschlechteregalitäres Klima in der Familie: „Nur in wenigen Fällen werden familiäre Restriktionen aufgrund von traditionellen Geschlechterverhältnissen sichtbar.“
Eine Hürde, die es für die erste Generation zu überwinden galt, war die Nichtanerkennung im Herkunftsland erworbener Qualifikationen. Das Problem ist bekannt. Die IMIS-Studie ergänzt das aber: „Außer der formalen Anerkennung ist die soziale Anerkennung in Arbeitszusammenhängen“ von Bedeutung.
Unter den befragten Frauen stammen viele auch aus bildungsfernen Familien. Ihre Eltern hatten durchaus Aufstiegserwartungen an ihre Töchter. Sie können das aber selbst außer durch die Schaffung eines bildungsfreundlichen Klimas zu Hause nicht weiter befördern. Bei der Überwindung solcher Hindernisse kommt den Lehrkräften eine Schlüsselrolle zu. Durch ihr Engagement können Bildungskarrieren auf den Weg gebracht werden. Dass dies durchaus geschieht, zeigt die Studie. Allerdings – und auch dass wird belegt –, „dass es weitgehend vom Glück oder Zufall abhängt, wann und ob eine solch engagierte Lehrperson angetroffen wird“.
Dies nicht dem Zufall zu überlassen, ist eine Frage der Struktur und damit eine Anforderung an die Politik.
