Diversity Management in Betriebsvereinbarungen einbinden: Kommentar von Ali Osman Sahin, Betriebsratsvorsitzender RPC Wiko GmbH
Kommentar von:
Ali Osman Sahin
Betriebsratsvorsitzender RPC Wiko GmbH
Früh haben wir erkannt, dass die Kollegen die aus 11 verschiedenen Nationen kommen eine vernünftige Basis zur Zusammenarbeit benötigen und gezielte Förderungen unternommen werden muss. Es war eine große Herausforderung dies dem Arbeitgeber klar und deutlich zu signalisieren. Nach zierlichen Auseinandersetzungen haben wir den Arbeitgeber überzeugen können eine Betriebsvereinbarung über partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz zu verabschieden.
Sexuelle Belästigungen, die sich meist gegen Frauen richtet, und Mobbing gegen Einzelne sowie Diskriminierung nach Herkunft, Hautfarbe und Religion, stellen am Arbeitsplatz eine schwerwiegende Störung des Arbeitsfriedens dar. Sie gellten als Verstoß gegen die Menschenwürde sowie als eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Sie schaffen im Unternehmen ein eingeengtes, stressbelastetes und entwürdigtes Arbeits- und Lernumfeld und begründen nicht zuletzt gesundheitliche Störungen.
Für uns Betriebsrat war dies von großer Bedeutung, die unterschiedlichen Kollegen/innen näher zu bringen. Die Förderung der Mitarbeiter/in haben dazu geführt, dass die Unternehmensstruktur, die sich durch ein partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz auszeichnet, bildet die Basis für den positiven innerbetriebliches Arbeitsklima und ist damit eine wichtige Vorraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Mensch und Wirtschaft sollte verbunden werden. Eine Chance für mehr Integration sollte aufgebaut werden. Die Annerkennung und Akzeptanz von Vielfalt motiviert die Beteiligten und unterstützt die Atmosphäre. Die Menschen fühlen sich in ihrer Einzigartigkeit wertgeschätzt. Schon das führt zu positiven ökonomischen Auswirkungen. Vielfalt ist die Gesamtheit von Unterschiedlichen und Ähnlichkeiten. Wenn es gelingt, diese Wechselwirkung zu bringen, kann eine neue, gemeinsame Kultur geschaffen werden. Unterschiede und Ähnlichkeiten werden dann zu einer inneren Quelle von Synergie. Vielfalt allein stellt keinen Wert dar. Ihre Nutzbarkeit bemist sich nach Art und Umfang an der jeweiligen Zielsetzung. Erst durch das Ziel haben sich aus der Vielfalt der Unterschiede der relevanten Unterschiede ab. Management von Diversity bedeutet für uns, Schaffung einer produktiven Gesamtatmosphäre, Vermeidung der Diskriminierung von Minderheiten, Verbesserung der Chancengleichheit und aus Vielfalt Nutzen zu generieren.
In meiner Funktion als europäischer Betriebsratsvorsitzender RPC erkenne ich auch die Veränderungen innerhalb Europa. Europa wird heterogener, durchmischter und multikultureller. Migration ist Gegenwart, stellt neue Herausforderungen an die Politik, an die Verwaltung und an die Wirtschaft. Die jeweiligen Betriebe benötigen neue Regeln und Konzepte. Die Suche nach Auswegen an nicht diskriminierender Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs- und Personalpolitik ist ein Gebot der unmittelbaren und nahen Zukunft. Die europäische Union hat das Jahr 2007 zum Europäischen Jahr der Chancengleichheit ausgerufen.
An dieser Stelle kann ich allen Betriebsratskollegen nur empfehlen, auch diesen Weg zu gehen, einerseits Betriebsvereinbarungen abzuschließen und andererseits die Vielfalt in den Betrieben durch Diversity Management zu nutzen.
