Ein Brain Drain anderer Art: Viele türkische Akademiker und Studierende wollen Deutschland verlassen
Die Mehrheit der Auswanderungswilligen nennt als Motiv ein „fehlendes Heimatgefühl“ in Deutschland. Die bevorzugten Zielregionen sind die Metropolen Istanbul und Izmir. Grund dafür dürfte der Studie zufolge der dort vorherrschende europäische Lebensstandard und Lebensstil sein. Die Studienfächer der Auswanderungswilligen sind vor allem Medizin, Ingenieurwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft.
Die Auswanderungsbereitschaft ist bei TASD, die in einer festen Bindung bzw. Familie leben, deutlich geringer.
Eine hohe Abwanderungsbereitschaft ist bei jenen zu finden, deren Eltern über keinen oder geringen Bildungsabschluss verfügen und schlecht Deutsch sprechen und über die türkische Staatsbürgerschaft verfügen. Die daraus resultierende geringe Partizipation in der Mehrheitsgesellschaft wirkt sich entsprechend der Studie auf das fehlende Heimatgefühl aus.
Die Auswanderungsbereitschaft erscheint den Autoren der Studie zunächst widersinnig, da die meisten der TASD in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Allerdings prägen die Eltern im Rahmen ihrer Erziehungsarbeit die Einstellungen, die sich dann entsprechend in einem Auswanderungswillen niederschlagen. Deshalb sollten die Eltern stärker in den Fokus der Integrationsbemühungen gerückt werden. Denkbar seien zum Beispiel Weiterbildungsmaßnahmen im Zuge einer Arbeitsmarktqualifizierung.
Denn eines ist klar, so Klaus Bade in einem Vorwort: „Die demografisch alternde und schrumpfende Gesellschaft ist aber auf diese im Land selbst aufgewachsene Elite angewiesen.“
Kamuran Sezer/Nilgün Daglar: Die Identifikation der TASD mit Deutschland futureorg Institut Krefeld/Dortmund, April 2009
Die Studie TASD kann heruntergeladen werden
