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Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt: Studie des Europäischen Forums für Migrationsstudien

01.02.2010

Das Europäische Forum für Migrationsstudien (efms) der Universität Bamberg veröffentlichte als deutsche Beobachtungsstelle gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit der europäischen Agentur für Grundrechte (FRA) im Oktober 2009 eine Studie zu ethnischer Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Februar 2010" entnommen.

Das Arbeitspapier kommt zu dem Ergebnis, dass Einwanderer generell häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen sind, verhältnismäßig häufig im Niedriglohnsektor arbeiten und selten in gutbezahlten, prestigeträchtigen Arbeitsverhältnissen zu finden sind. Diese anhaltende Benachteiligung könne als ein Indikator für strukturelle Diskriminierung interpretiert werden, besonders wenn sich diese Diskriminierung über mehr als eine Generation erstreckt.

Auch unter gleichen Vorraussetzungen – gleiche Qualifikationen, Alter und Beruf – erhalten Inländer im internationalen Vergleich weitaus häufiger Arbeit, als Bewerber mit Migrationshintergrund. In Belgien beispielsweise hat bei je 637 Fällen zu 47,6 Prozent ein Inländer ein Angebot erhalten, der Bewerber mit Migrationshintergrund lediglich zu 14,3 Prozent. In Dänemark ist das Verhältnis von Inländer zu Migrant 25,1 zu 8,2 Prozent. Spitzenreiter in Sachen Diskriminierung unter den untersuchten Staaten ist Italien mit 46,4 zu 11,3 Prozent. Deutschland liegt bei der Arbeitsmarktdiskriminierung der vorliegenden Statistik zufolge auf dem letzen – in diesem Fall: besten – Platz. Hier ist die Diskrepanz am geringsten. Inländer erhielten zu 52,5 Prozent ein Stellenangebot, Bewerber mit Migrationshintergrund immerhin zu 42,6 Prozent. Die Daten stammen aus dem Jahr 2006.

Bei einer direkten Befragung von Personalern in Deutschland kamen jedoch teilweise erschreckende Vorurteile und Stereotypen zum Vorschein. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf türkischen Migrantinnen und Migranten der zweiten Generation lag. Diese hätten – so viele Aussagen – eine niedrigere Arbeitsmoral, seien weniger verlässlich und hätten kein Interesse an Fort- und Weiterbildungen. Einige Personaler waren der Meinung, männliche türkische Migranten seien nicht zur Teamarbeit geeignet und auch nicht als Verkäufer –aufgrund ihrer Macho-Attitüden und ihres Mangels an „beruflicher Demut“. Außerdem wurde eine weit verbreitete Abneigung gegen kopftuchtragende Frauen festgestellt, die von einigen prinzipiell nicht eingestellt und von den meisten mit Skepsis betrachtet werden.

Des Weiteren beschäftigt sich die Studie noch mit erlebter oder gefühlter Diskriminierung und der Diskriminierung im rechtlichen Bereich, wobei hier nicht der rechtliche Rahmen, sondern konkrete juristische Urteile Gegenstand der Untersuchung sind.

Die Studie „Ethnic discrimination in the labour market – empirical evidence on amulti-dimensional phenomenon“ (in englischer Sprache) 

 

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