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Klimawandel zwingt Menschen zur Flucht: Bedarf für neue Rechtsinstrumente in der Flüchtlingspolitik

01.02.2010

Im Rahmen des Weltklimagipfels im Dezember 2009 in Kopenhagen warnte der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), Antonio Guterres, dass der Klimawandel in naher Zukunft zum Hauptfluchtgrund weltweit werden könnte.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Februar 2010" entnommen.

Der Klimawandel werde – so Guterres – die Länder des Südens härter treffen als die Staaten der nördlichen Hemisphäre, diese müssten sich jedoch auf entsprechende Migrationsbewegungen vorbereiten und zwar so zügig wie möglich. 2008 wurden bereits rund 36 Millionen Menschen infolge von Naturkatastrophen vertrieben, mehr als 20 Millionen mussten fliehen.

„Naturkatastrophen sind intensiver und häufiger und der menschliche Einfluss hat immer verheerendere Auswirkungen", sagte Guterres. Die Zunahme der Dürren stelle betroffene Gemeinden auf eine harte Probe. Gleichzeitig drohen ansteigende Meeresspiegel ganze Inseln zu überfluten. „Falls dies geschieht, werden nicht nur Staaten, sondern auch Kulturen und Individuen ertrinken.“

Weiter warnt der Hochkommissar, dass die Unterscheidung zwischen Migranten und Flüchtlingen, durch die Vielzahl an Fluchtgründen und die bisherige Nicht-Berücksichtigung von Flucht aus klimatischen Gründen, immer schwieriger wird und in Folge dessen Rechtsunsicherheit entsteht, was Schutzlücken zur Folge habe. „Möglicherweise gibt es Bedarf für neue Rechtsinstrumente und UNHCR sollte kurzfristige Schutzstrategien entwerfen", so der Hochkommissar.Außerdem warnte Guterres vor der Sprengwirkung des Klimawandels: „Der Klimawandel verstärkt den Wettstreit um die Ressourcen – Wasser, Nahrungsmittel, Weideland – und daraus können sich Konflikte entwickeln.“

Dabei wurden vier Regionen isoliert, die die Hauptlast des Klimawandels tragen müssten. Die Antarktis, in der die Permafrostböden auftauen und ganze Siedlungen vom Erdboden verschluckt werden, die Sahelzone südlich der Sahara, in der die Dürre noch zunimmt, die bevölkerungsreichen Flussdeltas Asiens, in der sich Überschwemmungen häufen werden und die kleinen pazifischen Inseln, die einfach vom Meer verschluckt werden. Nach Untersuchungen amerikanischer Universitäten wird der Klimawandel bis 2030 das Bürgerkriegsrisiko in Afrika um mehr als 50 Prozent ansteigen lassen.

 

Informationen zum Thema Klimawandel und Flucht stehen unter:

Greenpeace Studie von 2007

UNHCR Pressemeldung zum Klimagipfel in Kopenhagen

Studie des Ludwig-Boltzmann-Instituts Juni 2009 (in Englisch)

 

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