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In Hartz-Regionen: Studie zur Auswirkung des SGB II auf Menschen mit Migrationshintergrund

01.02.2010

Unter demTitel „Wirkung des SGB II auf Personen mit Migrationshintergrund“ wurde im Oktober 2009 eine umfangreiche Studie veröffentlicht, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Auftrag gegeben worden war. (Über eine Teilstudie zum Thema Qualifikationsanerkennung haben wir im Forum Januar berichtet.)

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Februar 2010" entnommen.

Insgesamt analysiert die Untersuchung die Auswirkungen des Sozialgesetzbuchs II und des Arbeitslosengelds II auf Menschen mit Migrationshintergrund und untersucht, in wie weit sich die Lage der Unterstützungsbedürftigen mit Migrationshintergrund von ALG-II-Beziehern ohne Migrationshintergrund unterscheidet. An der Erstellung waren unter anderem die Universitäten Duisburg und Magdeburg beteiligt, sowie das Zentrum für Türkeistudien (ZfT) und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Weiterhin ist untersucht worden, ob die Stellen, die mit der Erbringung der Leistung des SGB II befasst sind, auf den Umgang mit Migranten vorbereitet sind und welche Probleme für die Integration in die Erwerbsarbeit speziell für diese Gruppe bestehen. Dabei steht die Frage im Zentrum, ob erwerbslose Menschen mit Migrationshintergrund in gleicher Weise und im gleichen Ausmaß gefördert werden und noch viel wichtiger, haben die Förderungen dieselben Auswirkungen?

Die Studie identifiziert rund 28 Prozent der Erwerbslosen als Personen mit Migrationshintergrund, wobei es zwischen Ost- und Westdeutschland erhebliche Unterschiede gibt. Im Osten Deutschlands sind lediglich 12 bis 14 Prozent – je nach Erhebungszeitpunkt und Datenquelle – betroffen, in Westdeutschland sind es 36 bis 39 Prozent. Die Studie geht davon aus, dass die Zahl der erwerbslosen Hilfsbedürftigen mit Migrationshintergrund in westdeutschen Großstädten die 50- Prozent-Marke zum Teil deutlich übersteigt. Insgesamt sind Migranten doppelt so häufig von Hilfsbedürftigkeit nach dem SGB II betroffen wie Inländer. Die am häufigsten betroffenen Migrantengruppen nach Herkunft sind türkischer oder osteuropäischer Herkunft.

Die betroffenen Migranten sprechen im Haushalt und im Freundeskreis, nach eigener Aussage, seltener Deutsch, als die Gesamtheit der Migranten, wobei dieser Unterschied bei Frauen deutlicher zu Tage tritt als bei Männern. Doch sind diese selbst diagnostizierten Sprachhemmnisse laut der Studie kaum relevant für die Aufnahme von Erwerbsarbeit, lediglich bei der Gruppe der Zuwanderer aus den ehemaligen südeuropäischen Anwerbeländern kann eine Erwerbsaktivierung im Zusammenhang mit ihren Sprachkenntnissen ausgemacht werden.

Die Grundsicherungsstellen vermeiden weitestgehend eine besondere Erfassung von Menschen mit Migrationshintergrund, um Stigmatisierungsund Diskriminierungsvorwürfe zu umgehen. Die Stellen verstehen sich nicht als Bestandteil der Integrationspolitik in Deutschland, sondern vielmehr als reine arbeitsmarktpolitische Eingliederungsstellen, die zufällig auf Migranten treffen.

Die Studie "Wirkungen des SGB II auf Personen mit Migrationshintergrund"

 

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