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Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt: Institut zur Zukunft der Arbeit untersucht Verhalten der Unternehmen

01.03.2010

Trotz Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und des Bekenntnisses zum Zuwanderungsland existiert nach wie vor eklatante Ungleichheit auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration März 2010" entnommen.

Stellenbewerber mit ausländischen Wurzeln haben es immer noch deutlich schwerer eine Stelle zu finden. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor, die beim Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) Anfang Februar veröffentlicht wurde.

Forscher der Universität Konstanz haben über 1.000 Bewerbungen auf Praktikumsstellen für Wirtschaftsstudenten verschickt, die inhaltlich gleichwertige Unterlagen enthielten und denen zufällig ein Name eindeutig deutscher oder türkischer Herkunft zugeordnet wurde. Die Bewerber verfügten jedoch nicht nur über dieselben Qualifikationen und Fähigkeiten, sondern waren auch alle ausnahmslos deutsche Muttersprachler und Staatsbürger.

Bewerberinnen und Bewerber scheinbar türkischer Herkunft erhielten insgesamt 14 Prozent weniger positive Antworten als jene mit deutschem Namen. In kleinen Betrieben ist der Unterschied sogar noch ausgeprägter. Hier beträgt die Diskrepanz 24 Prozent.

Auch wenn dieses Verhalten weder zu begrüßen noch gesetzeskonform ist, schneiden deutsche Arbeitgeber im internationalen Vergleich vergleichsweise gut ab. In Ländern wie den USA oder Großbritannien und auch Schweden herrscht eine stärkere Benachteiligung ethnischer Minderheiten. Allerdings deckt die Studie lediglich Stellen für hochqualifizierte Bewerber ab und kann deshalb über andere Bereiche keine Aussagen machen. Die Studie geht jedoch davon aus, dass in Arbeitsmarktbereichen, in denen kein Fachkräftemangel herrscht oder sogar Überfluss an Arbeitskräften besteht, die Diskriminierung stärker ausgeprägt ist.

Ein weiteres interessantes Detail der Studie ist die Tatsache, dass die Chancen der türkischstämmigen Bewerber drastisch steigen, wenn Empfehlungsschreiben von früheren Arbeitgebern beigelegt wurden.

Die Studie „Ethnic Discrimination in Germany’s Labour Market: A Field Experiment“

 

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