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Afrikas Migrationspotenzial: Neue Studie des BAMF zu möglichen Wanderungsbewegungen

01.03.2010

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) veröffentlichte Ende Januar im Auftrag des Bundesinnenministeriums eine Studie mit dem Titel „Vor den Toren Europas?

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration März 2010" entnommen.

Das Potenzial der Migration aus Afrika“, die eine qualitative Einschätzung zukünftiger Migrationsbewegungen aus Afrika in Richtung Europa liefern soll.

Hierbei wird zuerst das Migrationspotenzial untersucht, das laut Studie aus der Entwicklungsdifferenz demografischer, politischer, ökologischer und ökonomischer Faktoren zwischen der Herkunftsregion und der angestrebten Zielregion entsteht. Die Untersuchung aller vier Faktoren lässt auf ein steigendes Migrationspotenzial schließen.

Aus demografischer Sicht steigt die Abwanderungsbereitschaft, da sowohl das starke Bevölkerungswachstum als auch die ausnehmend junge Alterstruktur die Abwanderungswahrscheinlichkeit steigen lässt. Betrachtet man diese demografischen Veränderungen und verbindet sie mit den größtenteils schlechten ökonomischen Bedingungen – den schlechten Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsmarktchancen – kommt man zu dem Schluss, dass sich in Afrika „Wirtschaftsschwäche und Bevölkerungswachstum in höchst ungünstiger Weise kombinieren“.

Rechnet man dann noch die politische Instabilität, politische Verfolgung und die sich häufenden Menschenrechtsverletzungen hinzu und bedenkt den durch den Klimawandel entstehenden Migrationsdruck, entsteht ein Bild, das ein sehr hohes Migrationspotenzial zeichnet.

Dem entgegen steht jedoch das bisherige afrikanische Migrationsverhalten, das im Zusammenhang mit Fluchtund Asylmigration und auch klimatischer Migration die kurze Wanderung in benachbarte Regionen der interkontinentalen Migration gegenüber bevorzugt.

Basierend auf der Analyse bisheriger Migrationsbewegungen nach Europa kann davon ausgegangen werden, dass die südeuropäischen Staaten Spanien, Frankreich und Italien Hauptzielländer bleiben werden.

Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass „Zuwanderung aus Afrika weiterhin vor allem zum Zweck des Familiennachzugs und der Ausbildung erfolgen“ werde. Die „Arbeitsmigration (Hoch)Qualifizierter nach Europa dürfte ansteigen“. Weiterhin heißt es: „Sich ausweitende Kriege und schwere Konflikte sowie humanitäre Krisen und Umweltkatastrophen bei schwindender Aufnahmekapazität innerhalb Afrikas würden das Flucht- und Asylpotenzial von Afrika nach Europa erhöhen.“ Für Deutschland wird jedoch kein signifikanter Zuwanderungsanstieg erwartet.

Die Studie "Vor den Toren Europas? Das Potenzial der Migration aus Afrika"

 

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