Arbeitsmigration macht 80 Prozent der weltweiten Migration aus
Neu ist allerdings Ausmaß und Komplexität der Migration: In den letzten beiden Jahrzehnten nahm die internationale Arbeitsmigration stark zu. Neue Schätzungen der International Labour Organization (ILO) gehen davon aus, dass in diesem Jahr 214 Millionen Menschen (drei Prozent der Weltbevölkerung) über Grenzen hinweg wandern werden, wobei der Auslandsaufenthalt deutlich stärker als früher zeitlich begrenzt ist. Gleichzeitig wird die Gruppe der Wanderenden immer gemischter: Sie reicht von Saisonarbeitnehmern, Zeitarbeitbeschäftigten, Hochqualifizierten, Studierenden, Asylsuchenden und Flüchtlingen bis hin zu Menschen ohne legalen Status und Opfern von Ausbeutung und Zwangsarbeit.
Die ILO geht davon aus, dass Menschen, die im Rahmen der Beschäftigung oder Arbeitssuche wandern, und ihre Familien über 90 Prozent der internationalen Migranten und Migrantinnen ausmachen. Sie fordert die rechtlichen Regelungen zu überprüfen und die Politik auf die neue Situation einzustellen. So litten Migranten und Migrantinnen vielfach unter unsicheren Arbeitsbedingungen, niedrigen Löhnen bis hin zur Ausbeutung, fehlenden Arbeitsschutzmaßnahmen und Diskriminierung. Insbesondere Frauen, die in der Hausarbeit beschäftigt sind, und Bauarbeiter seien besonders gefährdet, so die ILO.
International labour migration: A rights-based approach, hg.v. International Labour Organzisation, 2010, ISBN 978-92-2-119120-9
