"Deutschland vor Richtungsentscheidung"

Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, stellt im aktuellen Forum Migration seine vier Punkte für gelinge Integration von Flüchtlingen vor. 

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Flüchtlinge als Pflegekräfte?

Immer mehr Pflegekräfte fehlen. Aber ist es sinnvoll Flüchtlingen einen erleichterten Zugang zur Ausbildung zu verschaffen? Und welche Voraussetzungen müssten dafür gewährleistet sein?

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Brexit - Das Ende der Freizügigkeit?

Darüber sprechen wir mit Holger Bonin, Professor für Arbeitsmarkt und Sozialpolitik an der Universität Kassel

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Spendenaktion

Hilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und die Unterstützung bei der Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen - der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften unterstützen Flüchtlinge auf ihrem Weg in Ausbildung und Arbeit und rufen zu Spenden auf:

Gewerkschaften helfen


 


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Jetzt anmelden: Tagung ANERKANNT!

In diesem Jahr sollen zahlreiche rechtliche Neuerungen die Möglichkeiten vereinfachen, im Ausland erworbene Qualifikationen anzuerkennen. Doch nach wie vor sind viele Fragen offen. Gelegenheit, sich darüber auszutauschen bietet unsere Tagung im Oktober:

Tagung ANERKANNT!
Gute Praxis für eine Anerkennungskultur in der Arbeitswelt

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Zu wenige Migrant_innen

Jeder fünfte Mensch in Deutschland hat Migrationshintergrund - aber in der öffentlichen Verwaltung spiegelt sich dieses Verhältnis nicht wider. Lesen Sie diesen und weitere interessante Artikel in der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters

Forum Migration

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Merkblätter für Betriebsräte und Personalräte

Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen - hinter dieser scheinbaren Worthülse verbergen sich konkrete Chancen für Kolleginnen und Kollegen. Wie Betriebs- und Personalräte Beschäftigte bei der Anerkennung unterstützen können, verraten die Merkblätter zum Thema Anerkennung.

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Stellungnahme Islam in der Arbeitswelt Landtag NRW

12.12.2005

Stand: 30. Juli 2003

Das Projekt „Islam in der Arbeitswelt“ des DGB Bildungswerkes, Bereich Migration und Qualifizierung, wird seit mehreren Jahren – seit 2001 auch mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW – von uns durchgeführt. In erster Linie dient es dazu, den AkteurInnen in der Arbeitswelt (Betriebsräte/Personalräte, Personalverantwortliche – also sozialpartnerschaftlich) Informationen über die besonderen Bedürfnisse von Arbeitnehmenden muslimischen Glaubens zu vermitteln, sie für diese Fragen und mögliche interkulturelle Konflikte zu sensibilisieren und ihnen Handlungsmöglichkeiten für die betriebliche Praxis mit auf den Weg zu geben.

Diese Seminare werden insbesondere in Nordrhein-Westfalen sehr stark nachgefragt. Spezifische Anforderungen ergaben sich aus unserer Zusammenarbeit mit den Städten Köln und Eschweiler und der Rheinbahn Düsseldorf im Rahmen unserer Aktivität „Interkulturelle Öffnung öffentlicher Betriebe und Verwaltungen“.

Wir werden im Herbst erste Zwischenergebnisse veröffentlichen können und werden sie den Ausschussmitgliedern gerne zur Verfügung stellen. Nachfolgend möchten wir einen komprimierten Überblick über die Thematik Islam in der Arbeitswelt geben und unser Projekt kurz darstellen.

Ausgangssituation
Arbeitsmigration und Flucht haben im 20. Jahrhundert dazu geführt, dass in Deutschland und der Europäischen Union Menschen islamischen Glaubens dauerhaft eingewandert sind. Mit der dauerhaften Niederlassung rückte dann nicht nur im Wohnumfeld die Frage der Berücksichtigung und Ausübung des muslimischen Glaubens ins Blickfeld. Auch in der Arbeitswelt wurden und werden diese Fragen thematisiert. In Betrieben wurden zahlreiche praktische Erfahrungen im Zusammenleben gesammelt - Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer muslimischen Glaubens konnten sich in die betrieblichen Abläufe eingefügt und ihren Glauben in diesem Rahmen auch ausüben. Diese Erfahrungen aus der Arbeitswelt können für die gesellschaftliche Integration von Muslimen genutzt werden.

Die Vorstellungen vom Islam sind häufig stark von aktuellen politischen Auseinandersetzungen um den politisch instrumentalisierten islamischen Fundamentalismus (vor allem vor dem Hintergrund des 11. September), die tägliche Berichterstattung über wenig ausgeprägte Arbeitnehmer- und Menschenrechte in manchen Ländern mit überwiegend islamischer Bevölkerung und der mangelnde Akzeptanz und Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten in einigen islamischen Staaten geprägt. Diese Bilder verzerren häufig den Blick auf die Vielzahl der Glaubensinhalte und –richtungen von Muslimen und den kulturellen Errungenschaften.

Situation auf dem Arbeitsmarkt
Die Zuwanderung von Arbeitnehmenden muslimischen Glaubens ist zum größten Teil geprägt von der Anwerbesituation Anfang der 1960er Jahre. Neben den ArbeitsmigrantInnen und ihren Nachkommen gehören zu den Muslimen in Deutschland aber auch Studierende, Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, politisch Verfolgte und Deutsche Konvertierte zum Islam.

Von den schätzungsweise 3,2 Millionen Muslimen (1) in der Bundesrepublik haben etwa 2 Millionen einen türkischen Migrationshintergrund. Betrachtet man daher die Situation von Muslimen auf dem Arbeitsmarkt, rücken verstärkt Arbeitnehmende mit türkischen Migrationshintergrund in den Mittelpunkt der Betrachtung. (2) Dabei lässt sich feststellen, dass Arbeitnehmende der ersten und zweite Generation mit Migrationshintergrund fast ausschließlich in un- und angelernten Tätigkeiten in der Industrie arbeiten. Viele dieser häufig ohnehin schon sehr konjunkturabhängigen Arbeitsplätze sind in den letzten Jahren aufgrund von Rationalisierung weggefallen. Die Arbeitsmarktsituation ist gekennzeichnet durch schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Bezahlung. Dagegen sind Muslime im öffentlichen Dienst und im Dienstleistungssektor noch immer deutlich unterrepräsentiert (obwohl sich in den letzten Jahren eine leichte Zunahme in diesen Bereichen beobachten ließ).

Als ArbeitgeberInnen treten Muslime – geht man von oben beschriebener Betrachtung hauptsächlich von Personen mit türkischem Migrationshintergrund aus – als UnternehmerInnen und auch als AusbilderInnen in den letzten Jahren verstärkt auf. Sie haben sich – auch jenseits der „Dönerbude“ – in vielfältigen Bereichen der Wirtschaft als Mittelstand etabliert. Gerade in den letzten Jahren konnte beobachtet werden, dass von UnternehmerInnen mit ausländischer Staatszugehörigkeit eine Vielzahl von Arbeitsplätzen – sowohl für Arbeitnehmer mit als auch ohne Migrationshintergrund – geschaffen haben.

Zugang zum Arbeitsmarkt
Obwohl inzwischen schon z.T. die dritte Generation von Muslimen in Deutschland lebt, sehen sie sich noch immer Schwierigkeiten gegenüber, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Probleme liegen z.B. bei der Nichtanerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse oder auch ausschließlich auf den deutschen Kulturhintergrund ausgelegten Einstellungstest. Darüber hinaus sehen sich muslimische Jugendliche Vorurteilen wegen ihrer Religionszugehörigkeit oder auch sichtbaren Ausübung (z.B. durch das Kopftuch-Tragen) gegenüber. Ähnliches gilt für die anschließende Arbeitsplatzsuche.

Kennzeichnend ist bei einem großen Teil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, bei denen eine muslimische Religionszugehörigkeit vermutet werden kann, die Beschränkung auf bestimmte Berufsfelder, wie z.B. Friseurin oder Kraftfahrzeugmechaniker. Hintergrund sind u.a. unzureichende Kenntnisse über Ausbildungsmöglichkeiten und –zusammenhänge sowie Vorurteile auf Seiten der AusbilderInnen. Hier zeigt sich ein erhöhter Handlungs- und Informationsbedarf.

Am Arbeitsplatz
Die Ausübung religiöser Pflichten, die in einer säkularisierten Welt häufig als Privatsache aufgefasst wird, kann im betrieblichen Alltag auf Unverständnis und Schwierigkeiten stoßen. Generell lässt sich jedoch feststellen, dass es trotz einer Vielzahl von Konfliktmöglichkeiten, bis dato zu keinen größeren Auseinandersetzungen in der Arbeitswelt gekommen ist.

Konflikte, die sich im Alltag in der Arbeitswelt ergeben können, sind z.B. das Bedürfnis nach adäquaten Gebetsräumen; die Möglichkeit zum Gebet während der Arbeit; Einschränkungen durch das Fasten im Ramadan, Speisevorschriften oder die stark kontrovers und emotionalisiert geführte Debatte zum Kopftuch. Diese Konflikte gehören jedoch nicht zur täglichen Arbeitserfahrung. Sie sind eher Ausdruck einer sensibel reagierenden Mehrheitsgesellschaft, die sich neuen Erfahrungen und Einflüssen sowie einer häufig vorurteilsgesteuerten Debatte in öffentlichen Medien gegenüber sieht.

Das Ausbleiben größerer Konflikte in der Arbeitswelt hat verschiedene Gründe. So ist z.B. zu beobachten, dass Arbeitnehmende die bestehende Strukturen, wie z.B. Arbeitszeiten, in der Arbeitswelt akzeptieren und ihre Religionsausübung daran ausrichten. So werden religiöse Pflichten wie z.B. das mehrmalige tägliche Gebet, an den Gegebenheiten im Betrieb ausgerichtet und gegebenenfalls verschoben. Oder es werden Zeitkonten – wie es in Industriebetrieben häufig möglich ist - so organisiert, dass z.B. am Freitag nicht gearbeitet werden muss und die Freitagsruhe eingehalten werden kann. Im Dienstleistungssektor entspannen sich Probleme fast ausschließlich an dem für viele Nicht-Muslime pejorativ belegte Kopftuch. Dabei reichen die vorurteilsbeladenen Zuschreibungen von „unterdrückten Frauen“ bis hin zu „fanatischen Gläubigen“. Gerade das Beispiel Kopftuch bedarf einer offenen und konfliktbewussten Diskussion und Information.

Durch rechtliche Gleichstellung in der Arbeitswelt bietet sich für Muslime die Möglichkeit, die bestehende gesellschaftlichen Randstellung aufzubrechen. So wurde in der Arbeitswelt bereits früh die rechtliche Gleichstellung von Muslime erreicht, die ein Vorbild für die gesellschaftliche Gleichstellung sein könnte. Bereits der Anwerbesituation vereinbart, dass Arbeitnehmende mit Migrationshintergrund arbeitsrechtlich gleichgestellt sind. Sie können sich in Gewerkschaften engagieren, sogar eigene gewerkschaftliche Listen bilden. Dass sie sich hier in bereits bestehenden deutschen Gewerkschaften organisiert haben und sich auch sehr deutlich sichtbar in Arbeitnehmendenvertretungen engagieren ohne an Nationalitäten oder Religionszugehörigkeit ausgerichteten Listen zu bilden, zeigt den Erfolg rechtlicher Gleichstellung und der daraus folgenden Integration in der Arbeitswelt. Bestehende Strukturen werden erfolgreich genutzt und verstärken in der Arbeitswelt gegenseitige Akzeptanz.

Strategie
Informationen über den Islam und über muslimische Arbeitnehmende können in der Mehrheitsgesellschaft zu einer Sensibilisierung führen und die gegenseitige Akzeptanz erhöhen.

Der Bereich Migration und Qualifizierung des DGB Bildungswerkes greift daher den Themenbereich Islam in der Arbeitswelt auf verschiedenen Ebenen auf.

Seminare und Trainings
Deprivationen und Diskriminierungen, die muslimischen Arbeitnehmenden den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren, werden in zahlreichen Seminaren und Trainings des DGB Bildungswerkes, Bereich Migration und Qualifizierung, thematisiert. Die Seminare setzen zum einen auf die Information über arbeitsrechtliche Gleichstellung und rechtliche Möglichkeiten für ausländische Arbeitnehmende. Zum anderen bieten die Seminare Hinweise Chancengleichheit im Betrieb zu fördern und Fremdenfeindlichkeit entgegen zu wirken.

Darüber hinaus wurde speziell ein Seminar zum Themenbereich „Islam in der Arbeitswelt“ entwickelt, dass Grundinformationen zum Islam bietet, auf die Rolle von Gewerkschaften in überwiegend muslimischen Ländern eingeht und über Handlungsmöglichkeiten und Konfliktfelder von Islam in der Arbeitswelt informiert.

Neben den Seminaren wurden interkulturelle Trainings und Trainings zur Zivilcourage entwickelt, die zur Thematik sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Handreichung
Um die interkulturelle Kompetenz im Umgang mit Menschen islamischen Glaubens zu fördern, erstellt das DGB Bildungswerk, Bereich Migration und Qualifizierung, eine Handreichung, die sich mit Islam in der Arbeitswelt beschäftigt. Darin wird zunächst ein Überblick über die Rechte von Beschäftigten in Ländern mit überwiegend islamischer Bevölkerung (u.a. Arbeitsrecht, soziale Rechte, demokratische Beteiligung in Betrieb und Wirtschaft, Koalitionsrecht) geliefert. Viele Muslime mit Migrationshintergrund regeln Fragen des Zusammenlebens und -arbeitens auf der Grundlage der Erfahrungen in ihren Herkunftsländern. Um Interessierten die Möglichkeit zu geben, die Handlungsweise von Muslimen beurteilen zu können ist, es daher notwendig, auch Informationen über die Herkunftsländer zu geben. Darüber hinaus können so Hinweise über die Trennung von Religion und Politik beziehungsweise deren Nichteinhaltung ermöglicht werden. Weiterhin gibt die Handreichung einen Überblick über grundlegende Regeln des Islam und ihre Bedeutung im täglichen Leben sowie zur Rolle islamischer Organisationen in Deutschland. Schwerpunkt der Handreichung bildet die Thematisierung von Bedürfnissen Muslimen im täglichen Arbeitsleben.

Interkulturelle Öffnung
In öffentlichen Betrieben sind bisher Muslime als Arbeitnehmende nur sehr gering vertreten; daher bedarf dieser Bereich besonderer Ansprache und Förderung. Das DGB Bildungswerk, Bereich Migration und Qualifizierung, hat daher das Projekt „Fremdenfreundliche öffentliche Betriebe und Verwaltungen“ initiiert. Dieses Projekt zielt auf die Förderung der interkulturellen Kompetenz und Sensibilisierung von Mitarbeitenden speziell in öffentlichen Betrieben und Verwaltungen ab.

In Rahmen des Projektes wird über einen Zeitraum von drei Jahren ein fester Kreis von Mitarbeitenden ausgewählter öffentlicher Betriebe und Verwaltungen – Rheinbahn Düsseldorf, Stadt Köln, Stadt Eschweiler, Stadt Plauen – regelmäßige in interkulturellen Trainings weitergebildet. In den Trainings werden Ursachen für Diskriminierung und Ausgrenzung verdeutlicht und Lösungsansätze erarbeitet. Gemeinsam mit den o.g. Verwaltungen und öffentlichen Betrieben werden die positiven Effekte (z.B. Bilingualität, interkulturelle Kommunikationskompetenz) einer multikulturellen Belegschaft herausgearbeitet.

Darüber hinaus werden Maßnahmen zur interkulturellen Kundenorientierung entwickelt und Transfermöglichkeiten erarbeitet. Die Mitarbeiterenden werden für den Umgang mit Fremdheit und kultureller Vielfalt sensibilisiert - kulturell und religiös bedingte Verhaltensweisen sollen als solche erkannt und respektiert werden. Durch die Erarbeitung einer eindeutig interkulturell angelegten Kundenorientierung sollen aus Multikulturalität resultierende Probleme vermieden und eine eventuell bestehende Diskriminierung allochthoner KundInnen überwunden werden.

In Zusammenhang mit dem Projekt konnten inzwischen weitere Initiativen gestartet werden. So wurde aus dem Projekt heraus bei der Rheinbahn Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem DGB Bildungswerk im Mai 2003 ein interkultureller Stammtisch eingerichtet. Der einmal monatlich zusammen kommende Stammtisch bietet den Teilnehmenden der interkulturellen Trainings aber auch allen anderen interessierten Mitarbeitenden der Rheinbahn sowie den Verantwortlichen beim DGB Bildungswerk, Bereich Migration und Qualifizierung, die Möglichkeit des Austausches über aktuelle interkulturelle Angelegenheiten im Unternehmen. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmende Informationen (z.B. Veranstaltungen, Publikationshinweise, Presseberichte etc.) zur Thematik. Außerdem wurden in diesem Rahmen z.B. Pressemeldungen für die Betriebszeitung der Rheinbahn sowie für Kundeninformationsblätter der Rheinbahn von den Teilnehmenden am Stammtisch entworfen. Darüber hinaus wurden Exkursionen initiiert, so z.B. im Juli 2003 der Besuch einer griechisch-orthodoxen Kirche in Düsseldorf.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Verwaltung der Stadt Eschweiler, die ebenfalls an dem Projekt „Fremdenfreundliche öffentliche Betriebe und Verwaltungen“ des DGB Bildungswerkes, Bereich Migration und Qualifizierung, teilnimmt. Die Verwaltung der Stadt Eschweiler entwickelt – unter konzeptioneller Beratung des DGB Bildungswerk – ein „Interkulturelles Leitbild“.

Für die Stadt Köln werden zur Zeit Abend- bzw. Nachmittagsseminare zum Thema „Islam“ entwickelt. Teilnehmende des Projektes „Fremdenfreundliche öffentliche Betriebe und Verwaltungen“ hatten einen Informationsbedarf zu dieser Thematik formuliert. Schwerpunkte der Seminare werden grundlegende Glaubensinhalte des Islam, die Geschlechterrolle im Islam sowie allgemeine Begriffe im Islam wie Ehre und Verantwortung bilden.

Insgesamt zeigt sich, dass in öffentlichen Betrieben und Verwaltungen ein hoher Informationsbedarf an der Thematik Interkulturelle Öffnung sowie an der Thematik Islam besteht. Mit dem Projekt kann diesem Informationsbedarf gezielt entgegen gewirkt werden.

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(1) Statistiken über die genaue Anzahl von Muslimen in der Bundesrepublik liegen nicht vor. Bei der statistischen Betrachtung wird i.d.R. vom Herkunftsland auf die religiöse Zugehörigkeit geschlossen. Obwohl dies – z.B. durch Nichtbeachtung von religiösen Minderheiten oder auch der schätzungsweise 500.000 konvertierten oder eingebürgteren deutschen Muslime – zu Ungenauigkeiten führt, kann der Tendenz trotzdem gefolgt werden.
(2) Bei der Betrachtung sollte aber nicht vergessen werden, dass der türkische Staat ein laizistischer Staat ist. Viele Türken sehen sich zwar der muslimischen Religionsgemeinschaft zugehörig, praktizieren den Islam aber nur in gewissen Teilen.