Obdachlose sollen ausreisen

Zunehmend verweigern Notunterkünfte für Obdachlose EU-Bürger_innen  Hilfe. Hamburg setzt nun noch eins drauf gesetzt - hilfesuchende obdachlose EU-Bürger_innen sollen ausgewiesen werden.

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Kommentar des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes  

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Einwanderungsgesetz notwendig

Kann man über ein Einwanderungsgesetz reden, wenn die Mehrzahl der Menschen in Deutschland gerade die Nase voll hat von Zuwanderung?  

Kommentar zum Thema von Josip Juratovic, MdB und freigestellter Betriebsrat von Audi  

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MdBs mit Migrationshintergrund

22,50 Prozent der Gesamtbevölkerung haben Migrationshintergrund. Aber wie sieht es aktuell im Bundestag aus? 

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Schutz für entsandte Beschäftigte

12-Stunden Schicht, 6 Tage die Woche und am Ende nicht den vereinbarten Lohn erhalten - das kennen zu viele entsandte Beschäftige. Nun gibt es neue Anläufe ihre Situation zu verbessern.

Vorschläge zur Reform der Entsenderichtlinie

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Augsburg: ver.di kämpft gegen Abschiebung

Krankenpfleger werden dringend gesucht - trotzdem soll er afghanische Flüchtling Anwar Khan abgeschoben werden. Und dass, obwohl er Anfang Oktober mit seiner Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger beginnen wollte.

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Neoliberales Programm mit sozialpopulistischem Mantel

Die Auseinandersetzung mit den Rechtspopulisten findet auch in den Betrieben statt.

Was können Gewerkschaften und Betriebsräte tun? 

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Islam in der Arbeitswelt: Bericht NRW 2003

30.11.2005

Bericht des Projektes „Islam in der Arbeitswelt“ im Zeitraum 01.01.03 bis 31.12.03

Die stark gewachsene Zahl der in Deutschland lebenden Muslima und Muslime spielt eine besondere Rolle im Alltag und der Arbeitswelt. Arbeitsmigration und Flucht haben im 20. Jahrhundert dazu geführt, dass in Deutschland und der Europäischen Union eine große Zahl Menschen islamischen Glaubens eingewandert sind.

Mit der dauerhaften Niederlassung rückte nicht nur im Wohnumfeld (z.B. Moscheen) oder beim Umgang mit religiösen Symbolen (z.B. Kopftuch) die Frage der Berücksichtigung ihres Glaubens und der öffentlichen Wahrnehmung ins Blickfeld. Die Vorstellungen vom Islam sind bei der Mehrheitsbevölkerung und somit auch dem größten Teil der betrieblichen MultiplikatorInnen (u.a. PersonalsachbearbeiterInnen, Betriebsräte) sehr stark von aktuellen politischen Auseinandersetzungen um politisch instrumentalisierten islamischen Fundamentalismus (vor allem vor dem Hintergrund des 11. September), der täglichen Berichterstattung über wenig ausgeprägte Arbeitnehmer- und Menschenrechte in einigen Ländern mit überwiegend islamischer Bevölkerung und mangelnder Akzeptanz und Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten in einigen islamischen Staaten geprägt.

Auch in der Arbeitswelt werden Fragen zunehmend thematisiert. In Betrieben wurden zahlreiche praktische Erfahrungen im Zusammenleben gesammelt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer muslimischen Glaubens haben sich in die betrieblichen Abläufe eingefügt und ihren Glauben in diesem Rahmen ausgeübt.

Die Verbundenheit zu religiösen Pflichten, die in einer säkularisierten Welt häufig als Privatsache aufgefasst werden, kann im Alltag auf Unverständnis und Schwierigkeiten stoßen. Generell lässt sich jedoch feststellen, dass es trotz einer Vielzahl von Konfliktmöglichkeiten, bis dato zu größeren Konflikten in der Arbeitswelt nicht gekommen ist.

Informationen von MultiplikatorInnen

Aufgrund des bestehenden Informationsdefizits und des hohen Informationsbedarfs in der Arbeitswelt zum Thema Islam wurde vom DGB Bildungswerk, Bereich Migration und Qualifizierung ein fünftägiges Seminar entwickelt, das nicht nur Grundinformationen zum Islam bietet sondern auch auf die Rolle von Gewerkschaften in überwiegend muslimischen Ländern eingeht und über Handlungsmöglichkeiten und Konfliktfelder von Islam in der Arbeitswelt informiert.

Das Seminar „Islam in der Arbeitswelt“ ist so konzipiert, dass es einerseits den AkteurInnen in der Arbeitswelt (Betriebsräte/Personalräte, Personalverantwortliche) Informationen über die besonderen Bedürfnisse von Arbeitnehmenden muslimischen Glaubens vermittelt, sie für Fragen und mögliche interkulturelle Konflikte sensibilisiert und ihnen Handlungsmöglichkeiten für die betriebliche Praxis mit auf den Weg gibt. Andererseits ist es offen für spezielle und aktuelle Themen, die die Teilnehmenden besonders interessieren.

Die Veranstaltung „Islam in der Arbeitswelt“ ist fünftägig und fand im Jahr 2003 zweimal statt. Zu beiden Terminen bestand eine rege Nachfrage nach dem Seminar. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Seminars kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, der Schwerpunkt lag jedoch eindeutig in Nordrhein-Westfalen. Der Anteil männlicher und weiblicher Teilnehmenden war ausgewogen.

Im Einzelnen wurden folgende Themen behandelt 

  • Einführung in die islamischen Glaubensinhalte 
  • Muslimische Organisationen in Deutschland 
  • ArbeitnehmerInnnenrechte und Situation der Gewerkschaften in Staaten mit überwiegend muslimischer Bevölkerung 
  • Muslimische ArbeitnehmerInnen in Deutschland

In den Seminaren kamen verschiedene Methoden wie Referat, Diskussion, brainstorming, Einzel- und Gruppenarbeit etc. zum Einsatz. Die Bewertung der Veranstaltungen durch die Teilnehmenden unter inhaltlichen, methodischen und kommunikationsbezogenen Gesichtspunkten fiel insgesamt sehr positiv aus.