Zahlen gegen Klischees: Neue Sinus-Studie
Menschen mit Migrationshintergrund bilden keine sozio-kulturell homogene Gruppe. Die acht Migranten-Milieus, die von Sinus definiert werden, „unterscheiden sich weniger nach ethnischer Herkunft und sozialer Lage als nach ihren Wertvorstellungen, Lebensstilen und ästhetischen Vorlieben“. Migrantinnen und Migranten aus unterschiedlichen Herkunftskulturen gehören oft demselben Milieu an.
Bei den Prägungen der Milieus wird der „Einfluss religiöser Traditionen... oft überschätzt“. Dem entsprechenden Milieu sind gerade einmal sieben Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund verhaftet.
Klischees abbauen kann auch ein anderes Ergebnis der Studie: „Mehr als die Hälfte der Befragten zeigt einen uneingeschränkten Integrationswillen. 87 Prozent sagen: Alles in allem war es richtig, dass ich bzw. meine Familie nach Deutschland gekommen sind.“
Erfolg in der Aufnahmegesellschaft haben und sich zu etablieren, ist stark von Bildung abhängig. Der großen Mehrheit der Menschen mit Migrationshintergrund ist dieser Zusammenhang bewusst. Die meisten verfügen von daher auch über einen großen Bildungsoptimismus, „der allerdings aufgrund von strukturellen Hürden, Informationsdefiziten, und Fehleinschätzungen nicht immer in adäquate Abschlüsse und Berufspositionen mündet“.
Fazit der Studie: „Die den verbreiteten Negativ-Klischees entsprechenden Teilgruppen gibt es zwar, und sie sind im vorliegenden Migranten-Milieumodell auch lokalisierbar. Aber es sind sowohl sozio-demografisch als auch soziokulturell marginale Randgruppen.“
Eine Kurzfassung der Sinus-Studie kann herunter geladen werden:
