Faire Kontrolle

Ein fairer europäischer Arbeitsmarkt braucht faire Kontrolle, fordert Dr. Norbert Cyrus
von der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder) 

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arm gegen arm

Was passiert, wenn arme Menschen gegeneinander ausgespielt werden, ist gerade an der Essener Tafel zu beobachten. Deutsche Sozialverbände und der DGB fordern stattdessen höhere Sozialleistungen für alle.

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Betriebsratswahlen - Gefahr von rechts?

Rechte Kandidat*innen bei der Betriebsratswahl - ist die Aufregung angebracht?

Interview mit Annelie Buntenbach, DGB Bundesvorstand 

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Eins vor, zwei zurück

Wie findet sich Migrationspolitik im Koalitionsvertrag wieder? 

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Globale Sklaverei beenden

25 Millionen Menschen sind weltweit Opfer von Menschenhandel. Neha Misra, Solidarity Center, Washington DC fordert, jetzt zu handeln.

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Obdachlose sollen ausreisen

Zunehmend verweigern Notunterkünfte für Obdachlose EU-Bürger_innen  Hilfe. Hamburg setzt nun noch eins drauf gesetzt - hilfesuchende obdachlose EU-Bürger_innen sollen ausgewiesen werden.

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Kommentar des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes  

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Integrationshemmnis Leiharbeit: Studie untersucht die Auswirkungen von Leiharbeit auf Migrantinnen und Migranten

01.02.2012

In ihrer Studie „Integrationshemmnis Leiharbeit“ zitiert die Autorin Sandra Siebenhüter mit dem letzten Satz die britische Schriftstellerin und Journalistin Elspeth Huxley mit einem Satz aus dem Jahr 1965: „Die Migranten haben kaum neue Probleme verursacht, sie haben vielmehr die Fragen deutlicher hervortreten lassen, die unsere Gesellschaft schon länger intensiv beschäftigen.“

Leiharbeit – so heißt es in der Studie, die für die Otto-Brenner-Stiftung erarbeitet wurde – zeige in ihrer aktuellen Anwendung ihr „auf rein betriebswirtschaftlichen Profit ausgerichtetes Gesicht, das jegliche soziale Verantwortung gegenüber allen Beteiligten zurücktreten lässt“.

Diese Ausrichtung von Leiharbeit wird insbesondere bei Migrantinnen und Migranten deutlich – und zwar in verschiedenen Dimensionen. Da ist zunächst die Isolierung in der Gesellschaft. Sie haben weder im Verleihunternehmen noch am Einsatzort die Möglichkeit längerfristige soziale Kontakte aufzubauen. Dies gilt umso mehr, wenn die Einsatzorte wöchentlich wechseln.

Eine andere Folge: Die in Hilfstätigkeiten geringe Bezahlung und der häufige Statuswechsel – normaler geringer Verdienst, Aufstocker, ALG-II-Bezug – führt zu großer Verunsicherung auch durch den ungewohnten Umgang mit Ämtern.

Einige Verleiher – dies ein weiteres Problem – nutzen einen unsicheren Aufenthaltsstatus und Unkenntnisse über die eigenen Rechte für eine zusätzliche Ausbeutung. Das reicht von vorenthaltenen Lohnzahlungen über Blankounterschriften unter Kündigungen bis zu finanziellen Forderungen, die eigentlich der Arbeitgeber tragen muss, etwa für Mittel für die Arbeitssicherheit.

Beim Entleiher kann die immer neue Einarbeitung bei wechselndem Einsatz zu einer höheren Fehlerquote führen, was Konflikte mit der Stammbelegschaft nach sich zieht. Konflikte anderer Art mit der Stammbelegschaft sind bei dauerhaftem Einsatz vorprogrammiert. Dabei besteht nämlich die Gefahr, dass der Tarifvertrag ausgehebelt und die betriebliche Stabilität gefährdet werden.

All diese Konstellationen führen zu einem zumindest potenziellen gesellschaftlichen Ausschluss. Aufgabe der Gewerkschaften und Betriebsräte müsse es sein – so eine Schlussfolgerung –, sich explizit um diese Gruppe zu kümmern, was nicht leicht ist.

Dabei muss deutlich sein, dass eine solche Zielgruppenarbeit auch der Situation in der Arbeitswelt insgesamt hilft. Die Lage von Migrantinnen und Migranten in der Leiharbeit zeigt auch Tendenzen auf, die auf andere Bereiche ausgeweitet werden könnten. Dass dies zu verhindern eine dauerhafte Aufgabe von Gewerkschaften ist, zeigt das eingangs erwähnte Zitat, das über 45 Jahre alt ist.

Sandra Siebenhüter: Integrationshemmnis Leiharbeit, OBS-Arbeitsheft 69. Die Studie kann über die Internetseite www.otto-brenner-stifung.de bestellt oder heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Februar 2012" entnommen.