Neues Recht

Im April wurde der rechtliche Rahmen für Leiharbeit neu festgelegt. Wird jetzt alles besser?

Was die Branche wirklich benötigt, diskutieren Betriebsräte auf der Betriebsrätekonferenz im September: Mehr 


Foto: © magele-picture - Fotolia.com

Formell. Non-formal. Anders.

Ein wenig in der Freizeit am Auto rumgeschraubt und schon ausgebildeter KFZ-Mechatroniker_in? So einfach ist es nicht. Doch es gibt Wege informelle Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Welche? Darüber diskutieren wir auf unserer Tagung

Symbolfoto: © Minerva Studio - Fotolia

Wendepunkt

Nächstes Jahr wird zum ersten Mal ein umfassendes, globales Abkommen über die Migration entwickelt – der Global Compact on Migration der UN.

Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, erläutert in seinem Kommentar im Forum Migration, warum das zu einem Wendepunkt für die Zukunft der Migration werden kann.

Mehr

Foto: © elenabsl / Fotolia.com

Gnadenlos

In der EU wird das sogenannte Mobilitätspaket verhandelt. Die Stärkung des Sozialen  werde „gnadenlos der Liberalisierung des Binnenmarktes untergeordnet“, sagte DGB Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

Was dahinter steckt? Hier mehr

Symbolfoto: © Brad Pict / Fotolia.com

Einstellungssache

Sei können den Weg eines Kindes massiv beeinflussen: Lehrerinnen und Lehrer. Eine neue Studie brachte nun Überraschendes zu ihren Einstellungen zu Migrantinnen und Migranten zu Tage.

Zum Artikel

Foto: © Jasmin Merdan / Fotolia.com

Integrationshemmnis Leiharbeit: Studie untersucht die Auswirkungen von Leiharbeit auf Migrantinnen und Migranten

01.02.2012

In ihrer Studie „Integrationshemmnis Leiharbeit“ zitiert die Autorin Sandra Siebenhüter mit dem letzten Satz die britische Schriftstellerin und Journalistin Elspeth Huxley mit einem Satz aus dem Jahr 1965: „Die Migranten haben kaum neue Probleme verursacht, sie haben vielmehr die Fragen deutlicher hervortreten lassen, die unsere Gesellschaft schon länger intensiv beschäftigen.“

Leiharbeit – so heißt es in der Studie, die für die Otto-Brenner-Stiftung erarbeitet wurde – zeige in ihrer aktuellen Anwendung ihr „auf rein betriebswirtschaftlichen Profit ausgerichtetes Gesicht, das jegliche soziale Verantwortung gegenüber allen Beteiligten zurücktreten lässt“.

Diese Ausrichtung von Leiharbeit wird insbesondere bei Migrantinnen und Migranten deutlich – und zwar in verschiedenen Dimensionen. Da ist zunächst die Isolierung in der Gesellschaft. Sie haben weder im Verleihunternehmen noch am Einsatzort die Möglichkeit längerfristige soziale Kontakte aufzubauen. Dies gilt umso mehr, wenn die Einsatzorte wöchentlich wechseln.

Eine andere Folge: Die in Hilfstätigkeiten geringe Bezahlung und der häufige Statuswechsel – normaler geringer Verdienst, Aufstocker, ALG-II-Bezug – führt zu großer Verunsicherung auch durch den ungewohnten Umgang mit Ämtern.

Einige Verleiher – dies ein weiteres Problem – nutzen einen unsicheren Aufenthaltsstatus und Unkenntnisse über die eigenen Rechte für eine zusätzliche Ausbeutung. Das reicht von vorenthaltenen Lohnzahlungen über Blankounterschriften unter Kündigungen bis zu finanziellen Forderungen, die eigentlich der Arbeitgeber tragen muss, etwa für Mittel für die Arbeitssicherheit.

Beim Entleiher kann die immer neue Einarbeitung bei wechselndem Einsatz zu einer höheren Fehlerquote führen, was Konflikte mit der Stammbelegschaft nach sich zieht. Konflikte anderer Art mit der Stammbelegschaft sind bei dauerhaftem Einsatz vorprogrammiert. Dabei besteht nämlich die Gefahr, dass der Tarifvertrag ausgehebelt und die betriebliche Stabilität gefährdet werden.

All diese Konstellationen führen zu einem zumindest potenziellen gesellschaftlichen Ausschluss. Aufgabe der Gewerkschaften und Betriebsräte müsse es sein – so eine Schlussfolgerung –, sich explizit um diese Gruppe zu kümmern, was nicht leicht ist.

Dabei muss deutlich sein, dass eine solche Zielgruppenarbeit auch der Situation in der Arbeitswelt insgesamt hilft. Die Lage von Migrantinnen und Migranten in der Leiharbeit zeigt auch Tendenzen auf, die auf andere Bereiche ausgeweitet werden könnten. Dass dies zu verhindern eine dauerhafte Aufgabe von Gewerkschaften ist, zeigt das eingangs erwähnte Zitat, das über 45 Jahre alt ist.

Sandra Siebenhüter: Integrationshemmnis Leiharbeit, OBS-Arbeitsheft 69. Die Studie kann über die Internetseite www.otto-brenner-stifung.de bestellt oder heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Februar 2012" entnommen.