Moralisches Unrecht

Ausbeutung bis hin zu sklavenähnlichen Verhältnissen - und das mitten in Europa. Was passiert, wenn die Betroffenen sich wehren: 

Forum Migration

Foto: Richard-Messenger_CC-BY-NC-2.0_1

Als Betriebsrat aktiv

Die IG Metall hat sich angeschaut, wer in ihrer Gewerkschaft aktiv ist. Das Ergebnis war überraschend:  

Zum Ergebnis der Studie

Foto: © Eva Kahlmann / Fotolia

Monate der Ungewissheit

Die Zahl der Asylanträge von türkischen Staatsangehörigen steigt. Eine von ihnen ist die Generalsekretärin der türkischen Lehrergewerkschaft Egitim Sen, Sakine Yilmaz, die noch im Dezember letzten Jahres einen Gastbeitrag im Forum Migration schrieb.

Sie wartete Monate auf einen Entscheid. Nun liegt er vor.
Mehr im Forum Migration

Foto: Urheber: WoGi / Fotolia

Vielfältige Teams in der vielfältigen Wirklichkeit

Iva Krtalic, Beauftragte für Integration und interkulturelle Vielfalt beim WDR, geht es darum, Heterogenität in der Belegschaft als Ressource zu verstehen. 

Ihr Kommentar im Forum Migration zur Vielfalt in der Medienlandschaft 

Foto: © Ashley van Dyck / Fotolia.com

Suchen Sie sich eine Stelle als Putzkraft

Erfahrene Bauingenieurin war Alla Evlakhova, als sie aus der Ostukraine nach Deutschland kam. Eine gesuchte Fachkraft mit besten Chancen. Oder?

Ihre Geschichte im Forum Migration  

Foto: © VTT Studio - Fotolia

Wenn von Herkunft auf Täterschaft geschlossen wird

Mit Racial Profiling, also wenn Menschen allein wegen aufgrund ihrer Herkunft kontrolliert werden, gefährden wir unsere Sicherheit, befürchtet  Dr. Andrea Kretschmann Kriminologin, Centre Marc Bloch, Humboldt-Universität Berlin. 

Ihr Kommentar im Forum Migration     

Foto: © Kzenon - Fotolia.com

Integrationshemmnis Leiharbeit: Studie untersucht die Auswirkungen von Leiharbeit auf Migrantinnen und Migranten

01.02.2012

In ihrer Studie „Integrationshemmnis Leiharbeit“ zitiert die Autorin Sandra Siebenhüter mit dem letzten Satz die britische Schriftstellerin und Journalistin Elspeth Huxley mit einem Satz aus dem Jahr 1965: „Die Migranten haben kaum neue Probleme verursacht, sie haben vielmehr die Fragen deutlicher hervortreten lassen, die unsere Gesellschaft schon länger intensiv beschäftigen.“

Leiharbeit – so heißt es in der Studie, die für die Otto-Brenner-Stiftung erarbeitet wurde – zeige in ihrer aktuellen Anwendung ihr „auf rein betriebswirtschaftlichen Profit ausgerichtetes Gesicht, das jegliche soziale Verantwortung gegenüber allen Beteiligten zurücktreten lässt“.

Diese Ausrichtung von Leiharbeit wird insbesondere bei Migrantinnen und Migranten deutlich – und zwar in verschiedenen Dimensionen. Da ist zunächst die Isolierung in der Gesellschaft. Sie haben weder im Verleihunternehmen noch am Einsatzort die Möglichkeit längerfristige soziale Kontakte aufzubauen. Dies gilt umso mehr, wenn die Einsatzorte wöchentlich wechseln.

Eine andere Folge: Die in Hilfstätigkeiten geringe Bezahlung und der häufige Statuswechsel – normaler geringer Verdienst, Aufstocker, ALG-II-Bezug – führt zu großer Verunsicherung auch durch den ungewohnten Umgang mit Ämtern.

Einige Verleiher – dies ein weiteres Problem – nutzen einen unsicheren Aufenthaltsstatus und Unkenntnisse über die eigenen Rechte für eine zusätzliche Ausbeutung. Das reicht von vorenthaltenen Lohnzahlungen über Blankounterschriften unter Kündigungen bis zu finanziellen Forderungen, die eigentlich der Arbeitgeber tragen muss, etwa für Mittel für die Arbeitssicherheit.

Beim Entleiher kann die immer neue Einarbeitung bei wechselndem Einsatz zu einer höheren Fehlerquote führen, was Konflikte mit der Stammbelegschaft nach sich zieht. Konflikte anderer Art mit der Stammbelegschaft sind bei dauerhaftem Einsatz vorprogrammiert. Dabei besteht nämlich die Gefahr, dass der Tarifvertrag ausgehebelt und die betriebliche Stabilität gefährdet werden.

All diese Konstellationen führen zu einem zumindest potenziellen gesellschaftlichen Ausschluss. Aufgabe der Gewerkschaften und Betriebsräte müsse es sein – so eine Schlussfolgerung –, sich explizit um diese Gruppe zu kümmern, was nicht leicht ist.

Dabei muss deutlich sein, dass eine solche Zielgruppenarbeit auch der Situation in der Arbeitswelt insgesamt hilft. Die Lage von Migrantinnen und Migranten in der Leiharbeit zeigt auch Tendenzen auf, die auf andere Bereiche ausgeweitet werden könnten. Dass dies zu verhindern eine dauerhafte Aufgabe von Gewerkschaften ist, zeigt das eingangs erwähnte Zitat, das über 45 Jahre alt ist.

Sandra Siebenhüter: Integrationshemmnis Leiharbeit, OBS-Arbeitsheft 69. Die Studie kann über die Internetseite www.otto-brenner-stifung.de bestellt oder heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Februar 2012" entnommen.